Magdeburg (dpa) - Der Tod von Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle ist auch nach 15 Jahren nicht aufgeklärt. Nun soll ein Untersuchungsbericht neue Erkenntnisse über den Fall bringen. Die vom Landtag in Sachsen-Anhalt eingesetzten Sonderberater Jerzy Montag und Manfred Nötzel sollen ihren Bericht heute zunächst dem Rechtsausschuss vorlegen. Anschließend teilen sie ihre Erkenntnisse auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit mit, wie der Ausschussvorsitzende Detlef Gürth (CDU) sagte.

Oury Jalloh war im Januar 2005, betrunken und unter Einfluss von Drogen, an Händen und Füßen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle ums Leben gekommen. Sein Körper wies schwere Verbrennungen auf. Die genauen Umstände des Todes konnten auch in zwei Gerichtsverfahren nicht geklärt werden. Seit zwei Jahren untersuchen nun die beiden Sonderberater den Fall für den Landtag.

Die Berichterstatter sollten im Rahmen ihrer Untersuchungen eigentlich auch Richter und Staatsanwälte befragen, die an den Verfahren zum Fall beteiligt waren. Das lehnte das Justizministerium im Frühjahr ab, was vor allem bei SPD und Grünen für Unmut sorgte. Die Linke fordert seit Jahren, einen Untersuchungsausschuss mit der Sache zu beschäftigen. Die SPD kündigte inzwischen an, in der kommenden Legislaturperiode einen solchen Ausschuss zu beantragen.