Nürnberg (dpa/lby) - Kurz vor der Entscheidung über die Kulturhauptstadt 2025 steigt in Nürnberg die Spannung. Bayerns zweitgrößte Stadt hat sich neben Hannover, Magdeburg, Chemnitz und Hildesheim um den Titel beworben. Jahrelang hat sich die Stadt darauf vorbereitet. Das Bewerbungsteam ist zuversichtlich, denn aus seiner Sicht ist die Vorstellung vor der Jury gut gelaufen. Heute will diese nun verkünden, welche der fünf Bewerberstädte am überzeugendsten war.

Für Nürnberg steht viel auf dem Spiel: Mit dem Titel ist nicht nur europaweite Aufmerksamkeit, sondern ebenso eine Millionenförderung für Kulturprojekte verbunden. Nürnberg, das sich zusammen mit der gesamten Region bewirbt, will dadurch auch vom Image der Bratwurst-Stadt wegkommen. Denn die fränkische Stadt verbinden die meisten Menschen mit Lebkuchen, dem Christkind, dem Maler Albrecht Dürer, den Nürnberger Prozessen und eben Bratwürsten.

Doch das Bewerbungsteam möchte vor allem das kreative und künstlerische Potenzial abseits von Klischees heben. Mit mehr als 60 Projekten möchte Nürnberg als Kulturhauptstadt unter dem Motto "Past Forward" die Vergangenheit mit der Zukunft verbinden.

Die Europäische Union vergibt den Titel seit 1985 immer zeitgleich an zwei Länder. Die zweite Kulturhauptstadt soll 2025 Slowenien stellen. Zuletzt war Deutschland 2010 mit Essen und dem Ruhrgebiet vertreten.

Allerdings überschattet die Corona-Pandemie nicht nur die vielen geplanten Aktionen in den diesjährigen Kulturhauptstädten Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland), sondern auch die Bewerbungen für 2025. Statt zum Stadtbesuch konnten die Bewerberstädte die europäische Jury in der vergangenen Woche nur virtuell empfangen. Auch das finale Bewerbungsgespräch musste das Nürnberger Team online führen. Bund und Länder wandeln die Empfehlung der Jury später in eine formelle Ernennung um.

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Nürnbergs Bewerbung