Magdeburg (dpa/sa) - Die SPD-Landtagsfraktion fordert mehr Tempo bei der Diskussion über ein Azubi-Ticket. Das Verkehrsministerium müsse den im Koalitionsvertrag der schwarz-rot-grünen Regierung vereinbarten Prüfauftrag endlich umsetzen, kritisierte Fraktionschefin Katja Pähle am Dienstag das Ressort von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU).

Um der Debatte neuen Schwung zu verleihen werde die SPD-Fraktion direkt Gespräche mit den Verkehrsunternehmen führen. Dabei sollten Vorschläge und Ideen für ein Modellprojekt gesammelt werden, kündigte Pähle an. "Wir müssen jetzt über das Azubi-Ticket reden."

Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften fordern schon lange ein solches Ticket für Bus und Bahn. Es könnte mit Zuschüssen besonders günstig angeboten werden. Viele Lehrlinge müssen lange Fahrtwege zur Berufsschule oder zum Betrieb auf sich nehmen. Durch das Ticket soll die Ausbildung attraktiver gemacht werden. Das Verkehrsministerium zeigte sich allerdings zuletzt extrem skeptisch, was die Machbarkeit angeht.

Pähle verwies auf ein Modell in Thüringen, bei dem die Kosten für das Ticket zu je einem Drittel von Land, Unternehmen und Azubis selbst getragen werden. Ein solches Modell sei auch für Sachsen-Anhalt denkbar. Thüringen gebe dafür rund sechs Millionen Euro aus der Landeskasse aus. "Wir kalkulieren für Sachsen-Anhalt mit einer ähnlichen Größenordnung", sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende. Das Azubi-Ticket müsse noch in dieser Wahlperiode bis 2021 kommen.