Berlin/Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts SPD-Chef Burkhard Lischka hat überraschend seinen Rückzug aus dem Bundestag erklärt. Er werde sein Mandat in der zweiten Jahreshälfte aufgeben, teilte der Innenexperte der SPD-Bundestagsfraktion am Donnerstagnachmittag mit. "Mein Ziel war es immer, mich nie gänzlich von der hauptamtlichen Politik abhängig zu machen und irgendwann einmal in meinen alten Beruf als Notar zurückzukehren."

Jetzt biete sich die Gelegenheit eine Notar-Stelle in seiner Heimat Magdeburg zu übernehmen, weil der bisherige Amtsinhaber ausscheide. Der 53-Jährige sitzt seit Oktober 2009 für die Sozialdemokraten im Bundestag. Er ist seit längerem auch im Fraktionsvorstand und innenpolitischer Sprecher. Bereits zum Wochenanfang hatte Lischka seinen Rückzug vom Posten als SPD-Landeschef angekündigt. Er will bei der nächsten Vorstandswahl nicht erneut kandidieren.

Lischka hatte das Amt nach den herben Verlusten der SPD bei der Landtagswahl im Frühjahr 2016 übernommen. Bundesweit hängen die Sozialdemokraten weiter im Umfragetief fest. Der jetzt angekündigte Rückzug habe nichts mit der aktuellen Lage der Partei zu tun, betonte Lischka. Die Entscheidung falle ihm sehr schwer. Er werde sich auch nach seiner Zeit im Bundestag für die SPD engagieren.