Halberstadt (dpa/sa) - Management, Forschung, Kulturvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit rund um den Domschatz Halberstadt sind bald Aufgaben der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die in Halle ansässige Stiftung übernimmt am kommenden 1. Januar den Betrieb eines der umfangreichsten mittelalterlichen Kirchenschätze Europas von der Evangelischen Kirchengemeinde Halberstadt. "Wir haben anderthalb Jahre lang miteinander über diesen Schritt verhandelt", sagte Christian Philipsen, Generaldirektor der Stiftung, am Donnerstag bei der Vertragsunterzeichnung im Dom. "So einen Betrieb in die Stiftung einzubinden ist aufwendig und kostet Geld."

Mit den Unterschriften unter dem Vertrag wechselt das Präsentations- und Nutzungsrecht am Domschatz nach 21 Jahren. Dom und Domschatz sind bereits Eigentum der Stiftung, die sich auch um die konservatorisch-restauratorische Pflege der rund 1250 Einzelstücke des Schatzes kümmert. Künftig wird sie auch für die museale Betreuung verantwortlich sein. "Die Kirchengemeinde hat das bisher mit großem Engagement sehr erfolgreich getan", so Philipsen, der von einer "Stabübergabe für ein gemeinsames Ziel" sprach. "Jeder bringt weiter ein, was er kann."

Die Kirchengemeinde werde ein engagierter Unterstützer bleiben, hieß es. "Das ist kein harter Schnitt", sagte Regionalbischof Christoph Hackbeil. "Ein Vertrag ist ein Bund und die Kirchengemeinde ist also weiter als Verbündeter dabei." Für Kultur-Staatssekretär Gunnar Schellenberger wird "ein Aushängeschild des Kulturlandes Sachsen-Anhalt" nun verstärkt so organisiert, um weltweite Beachtung zu erlangen. Es gehe darum, künftig noch besser wirksam zu popularisieren - etwa durch ein Café oder einen Museumsshop.

Der Domschatz Halberstadt gilt als der umfangreichste mittelalterliche Kirchenschatz, der in Deutschland am authentischen Ort erhalten blieb. Ein Teil des Kirchen-, Kunst- und Geschichtsdenkmals wird seit 2008 in einer Ausstellung mit etwa 300 Exponaten im Halberstädter Dom gezeigt. Laut Schellenberger sahen sich die Präsentation bisher fast eine halbe Million Menschen an.

Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt erschließt, bewahrt und präsentiert nach eigenen Angaben bedeutende Denkmale, Kunst und Kulturgüter im Land. Dazu zählen unter anderem sechs Schlösser und fünf Burgen, aber auch das Landeskunstmuseum Moritzburg in Halle und die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg im Harz.

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