Burg (dpa/sa) - Nach dem knapp gescheiterten Bürgerentscheid gegen einen Helmut-Kohl-Platz in Burg muss sich der Stadtrat erneut mit dem Anliegen befassen. In der Sitzung am 11. April wird nun definitiv entschieden, ob ein bislang namenloser Platz nach dem verstorbenen Altkanzler benannt wird oder nicht, wie Stadtwahlleiter Bernhard Ruth am Montag sagte. Er werde dem Stadtrat aufgrund des gescheiterten Bürgerentscheids empfehlen, bei seinem ursprünglichen Entschluss zu bleiben und den Platz nach Kohl zu benennen. Der Rat könne aber auch anders entscheiden.

Der Burger Stadtrat hatte den neuen Namen für den Platz im September 2017 beschlossen. In einem Bürgerbegehren sammelte eine Initiative mehr als 2800 Unterschriften, um das zu verhindern. Die Kritiker bemängelten, Kohl habe keinerlei Bezug zu Burg. Am Sonntag kam es deshalb zu einem Bürgerentscheid. Die Initiatoren scheiterten denkbar knapp: 4567 Burger stimmten gegen den Kohl-Platz, nötig gewesen wären 4880. Es fehlten somit 313 Stimmen, um das nötige Quorum von 25 Prozent der 19 518 Stimmberechtigten zu erreichen.

Während in Burg noch diskutiert wird, werden in Dessau-Roßlau bereits Tatsachen geschaffen. Am Mittwoch erhält ein Teil der Ludwigshafener Straße neue Schilder und heißt fortan Helmut-Kohl-Straße. Anwohner hatten rund 750 Unterschriften gegen die Umbenennung gesammelt, konnten sich gegenüber der Stadt aber nicht durchsetzen.