Magdeburg (dpa/sa) - Die CDU schickt zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt viele neue Männer und Frauen als Direktkandidaten ins Rennen. Zur Wahl am 6. Juni 2021 werden 19 neue Bewerberinnen und Bewerber antreten, wie CDU-Landeschef Holger Stahlknecht in einem Interview der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag) sagte. Damit geht die CDU in fast der Hälfte der 41 Wahlkreise mit neuen Gesichtern ins Rennen.

Zudem gebe es mit neun Frauen deutlich mehr Direktkandidatinnen als bei früheren Wahlen, betonte Stahlknecht. Im Jahr 2011 hätten fünf CDU-Frauen direkt kandidiert, im Jahr 2016 vier. Er habe gewollt, dass die Partei jünger und weiblicher werde. "Insofern mache ich mir um den Generationenwechsel keine Sorgen."

Nach der Nominierung der Direktkandidaten in den Kreisverbänden wollte die CDU ursprünglich im November auch ihre Landesliste aufstellen. Als Spitzenkandidat will erneut Ministerpräsident Reiner Haseloff (66) antreten. Doch wegen des verhängten Herunterfahrens des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie sagte die Partei den Parteitag mit vielen Delegierten ab und sucht einen neuen Termin.

Stahlknecht gilt seit Jahren als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Haseloff als Regierungschef. Der 55-Jährige hatte seine Bereitschaft erklärt, war aber mehrfach parteiintern unter Druck und von außen in die Kritik geraten. Er habe gesagt, er könne sich eine Kandidatur vorstellen, wenn Haseloff sich zurückziehe, sagte Stahlknecht dem Blatt. Jetzt sei die Frage entschieden. "Wir gehen mit dem Spitzenkandidaten ins Rennen, der die besten Chancen hat."

Interview der Mitteldeutschen Zeitung