Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts CDU-Chef Holger Stahlknecht hat sich dafür ausgesprochen, früher als geplant den Ministerpräsidentenkandidaten für die nächste Landtagswahl zu nominieren. In der Basis wie in der Fraktion mehrten sich die Stimmen, die Klarheit wollten, sagte Stahlknecht am Montag. Der Landesvorstand werde kommende Woche beraten, ob es beim Zeitplan bleibe oder die Entscheidung früher falle. Anlass für die Forderungen sei etwa auch die beschleunigte Suche nach einem neuen Bundesvorsitzenden und Nachfolger für die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Auch Parteivize Marco Tullner sprach sich für eine zügige Verständigung aus. "Wir brauchen einen klaren Fahrplan und vor allem Geschlossenheit", sagte er. Bisher ist vorgesehen, dass die CDU-Spitze Anfang Juni ihren Kandidaten für den ersten Listenplatz und damit den Ministerpräsidentenposten nominiert. Es gilt als offenes Geheimnis, dass nur der amtierende Regierungschef Reiner Haseloff oder Parteichef und Innenminister Stahlknecht infrage kommen. Sachsen-Anhalt wählt am 6. Juni 2021 einen neuen Landtag.

Am Wochenende hatte Stahlknecht parteiintern für Unruhe gesorgt, als er auf einem Kreisparteitag in der Altmark erklärte, er stehe für die Spitzenkandidatur zur Verfügung. Er habe nur laut ausgesprochen, was von Parteikollegen gefordert wurde, sagte der CDU-Chef. Es gebe eine Absprache mit Haseloff, an die er sich halte. Eine Kampfkandidatur komme daher nicht infrage. "Das gebietet schon der Anstand."