Magdeburg (dpa/sa) - Der Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt stellt den Einsatz von Steuergeldern für den Neubau einer Synagoge in Magdeburg infrage. "Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler sind zu der beabsichtigten Maßnahme und dem Einsatz öffentlicher Gelder noch viele Fragen offen", hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung. Dabei gehe es unter anderem um "die Klärung der grundsätzlichen Frage der Förderung eines Neubaus, obwohl jährlich steigende öffentliche Zuschüsse an die Religionsgemeinschaften fließen".

So hätten in diesem Jahr die Evangelische Kirche rund 29,2 Millionen Euro, die Katholische Kirche rund 6,0 Millionen Euro und die Jüdische Gemeinschaft rund 1,5 Millionen Euro erhalten. "Diese Mittel können und sollten aus Sicht unseres Landesverbandes auch für den eventuellen Neubau von Sakralbauten angesammelt und eingesetzt werden", erklärte der Verein.

Der Landtag hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, Fördermittel in Höhe von 2,8 Millionen Euro für eine neue Synagoge in Magdeburg in den Haushalt einzustellen. Neben der grundsätzlichen Frage zur Förderung mahnt der Steuerzahlerbund an, dass "auch die notwendige Größenordnung und die vorgesehene Nutzung kritisch hinterfragt werden". Nach Angaben der Synagogen-Gemeinde ist das alte Gemeindehaus für die wachsende Zahl von Mitgliedern zu klein geworden. Zudem soll die neue Synagoge als Ort der Begegnung für Juden und Nichtjuden dienen.

Pressemitteilung Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt

Internetauftritt der Synagogen-Gemeinde Magdeburg