Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hat laut einer Studie großen Nachholbedarf bei der Realisierung von Kinderrechten. Das Land schneide bei der Umsetzung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen im Vergleich zu anderen Bundesländern unterdurchschnittlich ab, teilte das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) bei der Vorstellung des ersten Kinderrechte-Index am Mittwoch mit. Demnach hinken neben Sachsen-Anhalt auch Hamburg, Hessen und das Saarland bei den Kinderrechten anderen Ländern hinterher.

"Das Land hat Stärken, vor allem bei der Umsetzung der Rechte auf Beteiligung und auf Bildung", sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Die Kinderrechte müssten aber in allen Lebensbereichen von Kindern voll umgesetzt werden. "Daher hoffen wir sehr, dass Sachsen-Anhalt den Kinderrechte-Index zum Anlass nimmt, von den Stärken anderer Bundesländer zu lernen", sagte Krüger. Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein schneiden in der Studie am besten ab.

Schwächen sieht das Kinderhilfswerk in Sachsen-Anhalt etwa beim Zugang geflüchteter Kinder zum Gesundheitssystem. Mehr als in anderen Bundesländern seien Kinder in Sachsen-Anhalt außerdem von Armut bedroht. Auch das Angebot von Freizeitangeboten sei ausbaufähig. Positiv bewerten die Autoren hingegen unter anderem die Betreuung von Kleinkindern, kostenlose ÖPNV-Tickets für Schulkinder und das Wahlrecht bei Kommunalwahlen ab 16 Jahren.

Für seine Analyse hat sich das DKHW unter anderem geltende Landesgesetze angesehen, amtliche Statistiken und Bevölkerungsumfragen ausgewertet und Landesministerien schriftlich befragt. In der Konvention der Vereinten Nationen hatten sich die Mitgliedstaaten vor 30 Jahren verpflichtet, Kindern bestimmte grundlegende Rechte zu garantieren.

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