Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Studenten aus Hessen haben am Montag in Dessau-Roßlau mit dem Bau eines Holzhauses begonnen, das auf den Entwurf des Bauhaus-Architekten Ludwig Hilberseimer (1885-1967) zurückgeht. Hilberseimer lehrte ab 1929 am Bauhaus Dessau, wie der Projektverantwortliche Philipp Oswalt vom Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität Kassel sagte. Hilberseimer wollte die vor 90 Jahren gebauten Laubenganghäuser im Stadtteil Törten durch kleine Holzbauten erweitern, die preiswert, ökologisch und erweiterbar sein sollten. Knapp 400 derartige Einfamilienhäuser sollten entstehen. Die Planungen wurden jedoch nie umgesetzt. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Die Konstruktion ist den Angaben zufolge so entwickelt, dass das Haus schnell und einfach in Eigenleistung auf- und abzubauen ist und sogar den Standort wechseln kann. Das Grundmodul des von Hilberseimer erdachten "Wachsenden Hauses", in dem sich Bad, Küche, Abstellraum und Wohnzimmer befinden, kann in drei Ausbaustufen erweitert werden.

Das Haus in Dessau soll am 11. August fertiggestellt sein. Jeweils mittwochs ab 19.30 Uhr ist die Öffentlichkeit eingeladen, sich über den Baufortgang zu informieren. Ob das Gebäude in Dessau stehen bleibt, soll im Frühjahr kommenden Jahres entschieden werden. Falls nicht, ist für den Herbst 2020 ein Umzug nach Berlin geplant.

Internetseite des Projekts

Die Laubenganghäuser in Dessau-Törten