Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt plant eine stufenweise Rückkehr von Fans in Stadien, Sport- und Konzerthallen. Entsprechende Regelungen sollen in der nächsten Corona-Verordnung des Landes festgeschrieben werden, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die aktuellen Corona-Regeln im Land gelten bis 16. September. Gerade der Umgang mit Sportveranstaltungen sei allerdings ein Thema, für das es eine gemeinsame Strategie der Bundesländer brauche.

Aus Sicht von Haseloff sollte es keine starren bundeseinheitlichen Vorgaben geben. Vielmehr soll es vom Infektionsgeschehen abhängig sein, ob und wie viele Zuschauer möglich sind.

Es brauche zwar eine gemeinsame Strategie für Situationen wie derzeit, in denen in Sachsen-Anhalt nur vergleichsweise wenige Corona-Fälle zu verzeichnen seien, in anderen Landkreisen in Deutschland die Alarm-Schwelle von 50 Infektionen je 100 000 Einwohnern pro Woche jedoch deutlich überschritten werde. "Grundsätzlich gilt aber, bei unterschiedlichen Infektionsgeschehen muss auch regional unterschiedlich gehandelt werden können."

In der Hauptreisezeit war die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland zuletzt deutlich gestiegen. Neben Reiserückkehrern, die sich im Ausland anstecken, sorgen auch Ausbrüche auf größeren Feiern für Diskussionen. Für Donnerstag ist eine gemeinsame Beratung von Bund und Ländern geplant, in der mögliche bundeseinheitliche Regeln diskutiert werden sollen.

Haseloff will dabei unter anderem besprechen, wie es für den Profisport weitergehen soll. "Falls die Ansage ist, dass die nächste Saison weiterhin ohne Publikum stattfindet, dann heißt das, dass diejenigen, die ohne große Fernseheinnahmen unterwegs sind, ein Problem haben", sagte Haseloff. Das gelte nicht nur für die Drittliga-Fußballer vom FC Magdeburg und dem Halleschen FC, sondern auch für Top-Teams wie die Bundesliga-Handballer vom SC Magdeburg und die Basketball-Bundesligisten vom Mitteldeutschen BC.

"Uns ist es wichtig, dass es keine einseitigen Privilegien für diejenigen gibt, die von den Fernsehgeldern leben können", sagte Haseloff, "sondern dass es auch eine solidarische Umlage und Möglichkeiten für diejenigen gibt, die auf Zuschauer vor Ort angewiesen sind".

Haseloff wird am Dienstagvormittag auch mit dem schwarz-rot-grünen Kabinett über die Folgen der Corona-Pandemie beraten. Die ursprünglich geplante Verständigung auf neue Corona-Regeln wurde hingegen um eine Woche vertagt. Zuvor sollen die Beratungen der Regierungschefs von Bund und Ländern am Donnerstag abgewartet werden.