Magdeburg (dpa/sa) - Im Prozess um den rechtsextremen Terroranschlag von Halle sollen heute die Eltern und die Schwester des Angeklagten vor Gericht erscheinen. Es wird erwartet, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen und sich nicht zur Sache äußern werden. Außerdem sollen Lehrerinnen und Mitschüler befragt werden, insgesamt sind nach Angaben eines Sprechers acht Zeugen geladen. Der Angeklagte hatte bisher stets beteuert, allein gehandelt zu haben und dass niemand von seinem Plan gewusst hatte. Daran äußerte die Nebenklage in der Verhandlung am Dienstag Zweifel. Mehrere Anwälte zitierten Aussagen von Verwandten und Bekannten, die darauf hindeuten, dass dessen rechtsextreme Weltanschauung seinem Umfeld durchaus bekannt war.

Der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter Stephan Balliet vor dem Oberlandesgericht Naumburg läuft seit vergangener Woche. Wegen des großen öffentlichen Interesses und aus Sicherheitsgründen erfolgt die Verhandlung im größten Verhandlungssaal Sachsen-Anhalts im Landgericht Magdeburg. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann13 Straftaten vor, darunter Mord und versuchten Mord.

Der 28 Jahre alte Angeklagte hatte vorige Woche eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. In dem Gotteshaus feierten zu dem Zeitpunkt 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nachdem er nicht in die Synagoge gelangt war, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und später einen 20-Jährigen in einem Dönerimbiss.