Magdeburg (dpa/sa) - Im festgefahrenen Streit um Tarifverträge für die Beschäftigten der Ameos-Kliniken zeichnet sich zumindest für die drei Standorte im Salzlandkreis Bewegung ab. Auf Initiative von Landrat Markus Bauer (SPD) kommen am Freitagvormittag Vertreter von Ameos und der Betriebsräte der Standorte in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck zu Gesprächen zusammen, wie am Mittwoch aus dem Büro Bauers verlautete. Der Landrat hatte das Treffen bereits Ende Dezember angekündigt und mitgeteilt, er wolle damit die stationäre Gesundheitsversorgung im Salzlandkreis sicherstellen. Er werde sich jedoch nicht in den Tarifkonflikt einmischen.

Bauers Initiative sei "sehr zu begrüßen", sagte der Regionalgeschäftsführer von Ameos Ost, Lars Timm, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir erwarten die Einsicht der Betriebsräte, dass es uns um die Sicherung von Arbeitsplätzen geht". Bedingung der Arbeitgeberseite für die Teilnahme am Runden Tisch sei gewesen, dass die Gewerkschaft Verdi nicht mit am Tisch sitzt.

Verdi fordert für die Standorte in Bernburg, Aschersleben, Schönebeck und Haldensleben Tarifverträge und hatte bereits im November zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft wirft Ameos vor, in Folge der Warnstreiks mehreren Mitarbeitern gekündigt zu haben. Der Arbeitgeber bestreitet diesen Zusammenhang und begründete die Kündigungen mit Erlösausfällen.

Als Reaktion hatte Verdi im Dezember eine Urabstimmung über unbefristete Streiks angekündigt. Die Abstimmung soll nach Gewerkschaftsangaben vom Mittwoch am 14. Januar beginnen und noch im Januar abgeschlossen sein. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Verdi-Bundesvorstandes, der am kommenden Montag darüber beraten sollte.