Bad Dürrenberg/Brüssel (dpa) - Rund einen Monat nach seiner Verhaftung in Sachsen-Anhalt wird ein Terrorverdächtiger an die belgischen Behörden ausgeliefert. Das Oberlandesgericht habe dieses Vorgehen für zulässig erklärt, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Freitag in Naumburg. Weitere Widerspruchsmöglichkeiten gebe es nicht. Derzeit wird die Auslieferung vorbereitet. In wenigen Tagen soll der 39 Jahre alte bosnische Staatsbürger in Brüssel sein.

Dem Mann wird vorgeworfen, die islamistischen Terroristen der Pariser Anschläge auf die Konzerthalle "Bataclan" und andere Ziele unterstützt zu haben. Dabei starben im November vor vier Jahren 130 Menschen. Der 39-Jährige wurde wegen Unterstützung der Täter mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Ermittler spürten ihn in Sachsen-Anhalt auf und nahmen ihn bei einem nächtlichen Großeinsatz in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Bad Dürrenberg fest. Am 20. Juni wurde der Verdächtige verhaftet.

Die deutschen Behörden waren über Ermittlungen gegen bosnische Waffenhändler in Dresden auf die Spur des 39-Jährigen gekommen. Er sitzt bisher noch in Halle im Gefängnis. Der Mann hatte seiner Auslieferung nach Brüssel widersprochen. Das Oberlandesgericht prüfte die Argumente des Verdächtigen in einem schriftlichen Verfahren.

Laut Generalstaatsanwaltschaft sahen die Richter aber letztlich keine ernsthaften Bedenken. Die oberste Anklagebehörde in Sachsen-Anhalt ist für das Auslieferungsverfahren zuständig.