Wernigerode (dpa) - Die Harzer Schmalspurbahnen bekommen auch in den kommenden Jahren Geld aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die beiden Länder schlossen mit der beliebten Ausflugsbahn einen neuen Rahmenvertrag, der zum neuen Jahr in Kraft tritt, wie die sachsen-anhaltische Nahverkehrsgesellschaft (Nasa) und das Erfurter Infrastrukturministerium am Montag mitteilten.

Sachsen-Anhalt überweist für die kommenden 14 Jahre rund 90 Millionen Euro, im Gegenzug fahren die Schmalspurbahnen jedes Jahr laut Plan 510 000 Zugkilometer in dem Bundesland. Thüringen schloss für die Strecken im Freistaat einen Vertrag über zehn Jahre ab. Details zum Volumen und den jährlichen Kilometern wurden nicht genannt.

Mit der Vereinbarung werde sowohl eine touristische Attraktion als auch der Nahverkehr im Harz gestärkt, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) laut Mitteilung. Thüringens Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff verwies vor allem auf das sogenannte Nordhäuser Modell, bei dem der Fahrplan der Schmalspurbahnen auf der nordthüringischen Strecke seit 15 Jahren auf den der dortigen Straßenbahn abgestimmt wird. Das mache die Bahn auch für Pendler attraktiv, so der Linken-Politiker.

Die Harzer Schmalspurbahnen sind nach eigenen Angaben auf einem Streckennetz von rund 105 Kilometern Länge in den beiden Bundesländern unterwegs. Am bekanntesten ist die Brocken-Bahn, die regelmäßig auf den höchsten Harz-Gipfel fährt. Zudem fahren als Linien die Harzquerbahn zwischen Nordhausen und Wernigerode sowie die Selketalbahn zwischen Quedlinburg und der Eisfelder Talmühle.