Halle (dpa/sa) - Mit der Befragung von Zeugen ist am Landgericht Halle der Prozess um den gewaltsamen Tod eines Zweijährigen fortgesetzt worden. Eine frühere Freundin des Angeklagten schilderte Wesensveränderungen bei dem heute 30-Jährigen, der Drogen konsumiert habe. Laut Staatsanwaltschaft soll er den zweijährigen Tim mehrfach sadistisch gequält, missbraucht und am Ende totgeschlagen und -getreten haben. Er ist wegen Mordes angeklagt. Der Tod des Jungen sorgte im Sommer 2020 bundesweit für Entsetzen.

Ein früherer Partner der angeklagten Mutter des Jungen beschrieb die heute 36-Jährige als liebevoll. Sie habe sich durch regelmäßigen Drogenkonsum verändert, sagte er am Dienstag. Die Mutter, in deren Querfurter Wohnung sich die Taten abgespielt haben sollen, muss sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und fahrlässiger Tötung verantworten. Die beiden angeklagten Deutschen haben bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Laut Staatsanwaltschaft konnte Tim mit zwei Jahren kaum sprechen, sei nicht beim Kinderarzt vorgestellt und geimpft worden.

Die Zwillingsschwester der Angeklagten beschrieb die Angeklagte als eine Frau, die sich liebevoll um ihre Kinder, den kleinen Tim und die ältere Sophia, gekümmert habe. Das Landgericht hat bis Anfang Februar Verhandlungstermine angebraumt.