Halberstadt (dpa/sa) - Kein Tropfen Regen: Der in den vergangenen Wochen weitgehend ausgebliebene Niederschlag zeigt erste Auswirkungen auf Flüsse und Wälder in Sachsen-Anhalt. "Der Elbe rennt das Wasser weg", sagte Hartmut Rhein vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Am Pegel Strombrücke in Magdeburg wurde am Donnerstag ein Wasserstand von 91 Zentimetern gemessen - Tendenz fallend. Das ist den Angaben nach rund ein Meter weniger Wassertiefe als der zwischen 2006 und 2015 gemessene Durchschnittswert an der Strombrücke. Das habe Folgen für die Güterschiffe, erklärte Rhein.

Manche Schiffe hätten nur noch 30 bis 40 Zentimeter "Luft" bis zum Grund der Elbe. Zum Magdeburger Hafen könnten derzeit zwar noch Güterschiffe fahren, aber nicht mehr alle voll beladen werden, wie der Experte erklärte. Flussaufwärts - zum Akener Hafen und in Richtung des sächsischen Riesa - sei die Fahrrinne der Elbe so flach, dass teilweise gar keine Güterschiffe mehr unterwegs sein könnten. Flussabwärts in Richtung Hamburg sei die Lage derzeit noch etwas entspannter, erklärte Rhein.

Die Schiffe, die von Westen auf dem Mittellandkanal kommend auf die Elbe "abbiegen" wollen, müssten derzeit einen Umweg über die Schleusen Hohenwarthe und Niegripp nach Magdeburg nehmen, wie Rhein erklärte. Denn die Schleuse Rothensee, die die Kapitäne normalerweise nehmen und mit der sie Zeit sparen würden, sei derzeit wegen Reparaturarbeiten gesperrt. Das Problem sei, dass somit auch die Niedrigwasserschleuse, die auf der Rothensee-Strecke liege und den Wasserstand reguliere, nicht benutzt werden könne. So sei nur leichtere Fracht möglich.

Nicht nur den Flüssen macht die Trockenheit zu schaffen, auch die Waldbrandgefahr steigt von Tag zu Tag. Nach Angaben des Landeszentrums Wald sind im Osten und Norden Sachsen-Anhalts bereits die beiden höchsten Warnstufen erreicht. In den betroffenen Waldgebieten darf nicht mehr geraucht oder am Waldrand mit dem Auto geparkt werden. In den Trockenjahren 2018 und 2019 verursachten Brände besonders im Norden und Osten des Landes große Schäden.

Eine Entspannung der Situation ist laut Wetterexperten zurzeit nicht in Sicht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig bleibt es auch in den kommenden Tagen trocken. Damit setze sich der Negativtrend des Aprils fort, sagte eine Sprecherin des DWD. Im Schnitt fallen demnach zum Beispiel in der Landeshauptstadt Magdeburg im April mehr als 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In diesem Jahr gab es im April dagegen bislang nur 0,5 Liter Regen.

Pegel Strombrücke Elbe

Waldbrand-Gefahrenstufen