Magdeburg (dpa/sa) - Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) will seine Mitarbeiter schützen und sie deshalb am Wochenende nicht in den Saal eines AfD-Parteitags schicken, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu überprüfen. "Meine Mitarbeiter gehen definitiv nicht in den Saal des Parteitags, die bleiben draußen vor Ort. Und wenn sie einen Hinweis kriegen von drinnen, von Ordnern oder von den Medienvertretern, dann werden wir handeln", sagte Trümper am Mittwoch in Magdeburg. Er setze nicht die Gesundheit seiner Mitarbeiter aufs Spiel. Bei 600 Menschen bestehe höchste Gefahr durch die Aerosole, über die das Coronavirus übertragen werden kann.

"Wenn ich jetzt den Lockdown mache und alles runterfahre bis 10. Januar, wie ich da erlauben kann, dass ein Parteitag mit 600 Leuten in einem Saal stattfindet über zehn Stunden am Tag erschließt sich mir nicht", kritisierte Trümper. "Ich finde es auch unverantwortlich, dass die AfD das durchführt."

Die AfD will am 19. und 20. Dezember in den Magdeburger Messehallen ihre Kandidatenlisten für die Landtags- und die Bundestagswahl aufstellen. Da die Partei kein Delegierten-System hat, kann theoretisch jedes der mehr als 1000 Mitglieder anreisen. Die Partei rechnet jüngsten Angaben eines Sprechers zufolge mit maximal 600 Teilnehmern.