Magdeburg (dpa/sa) - Ein komplettes Herunterfahren der Wirtschaft zur Eindämmung der Corona-Pandemie würde aus Sicht von Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper zu chaotischen Zuständen bei öffentlichen Bauprojekten führen. Es hieße nicht, dass sich Bauprojekte um vier bis acht Wochen verzögerten, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Vielmehr wären die Planungen und die Verträge obsolet. Alles müsse neu verhandelt werden und die Baufirmen müssten pausieren und anstehende Aufträge neu koordinieren, sagte Trümper. "Das wäre eine Katastrophe für die Bauplanung."

Zuvor hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gefordert, die komplette Wirtschaft herunterzufahren, um die seit Wochen hohen Zahlen von Neuinfektionen und Corona-Toten endlich massiv zu senken. Trümper nannte das einen "unsinnigen Vorschlag" und warnte vor irreparablen Schäden.

Magdeburg ist im vergangenen Jahr laut Trümper mit vielen großen Bauprojekten gut vorangekommen. Es seien trotz Corona-Krise wichtige Termine gehalten worden. Rund 52 Millionen Euro an geplanten Investitionen seien liegen geblieben und sollen in diesem Jahr umgesetzt werden. Insgesamt wolle die Landeshauptstadt damit 240 Millionen Euro für laufende und neue Bauprojekte ausgeben. Wenn das gelänge, wäre das ein Rekord. "Wir haben es in den vergangenen Jahren nie geschafft, diese Summen kassenwirksam einzusetzen", betonte Trümper.

Ihm zufolge sollen allein 60 Millionen Euro in den Neubau und die Sanierung von Schulen fließen. Außerdem gehe beispielweise die Sanierung der Hyparschale (Bausumme 2021: 8 Millionen Euro) und der Stadthalle (7 Millionen Euro) im Stadtpark, des Klosters Unserer Lieben Frauen (3,8 Millionen Euro) und der Gruson-Gewächshäuser weiter.

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