Magdeburg (dpa/sa) - Nach der Ankündigung von Millionenhilfe für digitale Technik für Schulen und Schüler dringt Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner auf eine schnelle Auszahlung. "Ich gehe davon aus, dass wir über eine "digitale Soforthilfe" sprechen", sagte der CDU-Politiker. Die Umsetzung dürfe nicht mit Bürokratie und langen Antragsverfahren verbunden sein. Wenn das Programm wirken solle, müsse es schnell ausgereicht werden. Es habe dazu am Donnerstag bereits erste Gespräche mit dem Bund gegeben.

Die CDU-SPD-Koalition im Bund hatte sich in der Nacht zu Donnerstag auf ein 500 Millionen Euro schweres "Sofortausstattungsprogramm" geeinigt. Das Geld sollen die Schulen für die Erstellung von Online-Lehrangeboten nutzen. Außerdem sollen bedürftige Schüler einen Zuschuss von 150 Euro bekommen, für den Kauf eines Laptops oder eines anderen Gerätes für den Unterricht zu Hause. Wer genau von dem Zuschuss profitieren kann, muss noch geklärt werden.

Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW kommt das Hilfsprogramm zu spät. Die Schülerinnen und Schüler lernten seit Wochen zuhause, sagte GEW-Landeschefin Eva Gerth. In den vergangenen Wochen mehrten sich die Befürchtungen von Eltern und Schülern, dass sie Nachteile bei der Vorbereitung und beim Lernen hätten. Zudem sei ein Zuschuss von 150 Euro für bedürftige Familien zu wenig. "Dafür bekommt man kein Endgerät und außerdem ist der Markt leer gefegt, weil sich zuletzt viele mit zusätzlicher Technik ausgestattet haben."

In Sachsen-Anhalt sind Schulen und Kitas seit dem 16. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Stattdessen bekommen die Schüler Aufgaben für zuhause, auch über digitale Angebote. Seit Donnerstag können die Abschlussjahrgänge wieder in die Schulen, um sich im direkten Austausch mit ihren Lehrkräften auf die Prüfungen vorzubereiten.