Magdeburg (dpa/sa) - Die Corona-Einschränkungen sollen die diesjährigen Abschlussjahrgänge nicht bei der Suche nach Lehrstellen einschränken. Es müsse intensiv darüber nachgedacht werden, wie Unternehmen und potenzielle Auszubildende zueinander gebracht werden könnten, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am späten Montagabend in der MDR-Sendung "Fakt ist...". Dabei gehe es auch um Fristen und Formalien für die Lehrstellensuche. Das Land sei dazu im engen Gespräch mit den Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern im Land. Mit den Hochschulen sei bereits eine Verschiebung der Einschreibefristen verabredet worden.

Die Sprecherin des Schulleiterverbandes, Ines Petermann, berichtete in der Sendung, dass einige ihrer Wittenberger Schülerinnen und Schüler im Februar einen Lehrvertrag sicher gehabt hätten, der in der Corona-Krise aufgelöst worden sei. Das sorge für große Unsicherheit. Es sei wichtig, die Zeit nach der Schule in den Blick zu nehmen, sagte Tullner. Auch die Kammern klagten darüber, dass sich wegen der Corona-Krise weniger Jugendliche für Azubistellen gemeldet hätten.

Tullner kündigte an, dass alle Jahrgänge mit dem Start des neuen Schuljahres Ende August wieder in den Normalbetrieb mit regulären Klassenstärken wechseln sollen.

In Sachsen-Anhalt waren die Schulen von 16. März an geschlossen, um das Coronavirus einzudämmen. Ab Ende April kehrten die Klassen in mehreren Stufen zurück. An den Grundschulen wird gerade auf täglichen Unterricht in voller Klassenstärke und gelockertem Abstandsgebot umgestellt. Ältere Jahrgänge sollen bis zu den Sommerferien in kleineren Gruppen abwechselnd in der Schule und zuhause lernen.

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