Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat in der Debatte um die Digitalisierung vor großen Umwälzungen und Änderungen am Schulsystem gewarnt. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Digitalisierung Schule verändern werde, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Bei einem radikalen Umbau bin ich aber skeptisch." Schulen brauchten Ruhe, um ihr Profil zu schärfen. Viele Schulen bauten bereits digitales Lernen in ihre pädagogischen Konzepte ein. "Aber wir dürfen sie auch nicht überfordern."

Tullner reagierte damit auf Vorschläge von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie hatte in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" angeregt, die Trennung nach Unterrichtsfächern aufzugeben. So sollte der Trend zur immer stärkeren Spezialisierung der Schüler zugunsten einer "großen Grundlagenbildung" ausgegeben werden. "Durch die Umwälzungen der digitalen Welt kann aber niemand mehr sagen, was in Zukunft richtig sein wird", so Karliczek.

Die Ausgangslage an den Schulen sei sehr unterschiedlich, widersprach Sachsen-Anhalts Bildungsminister. "Gerade kleine Grundschulen mit drei oder vier Lehrkräften kämpfen mit ganz anderen Herausforderungen als große Standorte", sagte Tullner. Er werde Karliczek zeitnah einladen, mit ihr zwei verschiedene Schulen im Land zu besuchen und die unterschiedlichen Voraussetzungen zu diskutieren.

Karliczek-Interview via "Zeit"