Halle/Berlin (dpa/sa) - Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gibt die sterblichen Überreste von fünf indigenen Australiern zurück. Sie stammen aus einer der größten anatomischen Sammlungen in Europa, die in Halle angesiedelt ist, wie die Universität am Freitag mitteilte. Die Überreste sollen am Montag bei einer Zeremonie in der australischen Botschaft in Berlin an das Land zurückgegeben werden.

Verstorbene Ahnen seien für indigene Völker in Australien von großer Bedeutung, erklärte die Direktorin des Anatomie-Instituts, Heike Kielstein. "Der Geist der Ahnen spielt in Riten und Zeremonien eine große Rolle, sie werden um Rat, Gesundheit und Hilfe angerufen." Die Uni komme der Bitte Australiens, die bislang in Halle verwahrten sterblichen Überreste zurückzuführen, gerne nach.

Den Angaben zufolge waren in dieser Woche bereits in München und Stuttgart sterbliche Überreste indigener Australier zurückgegeben worden. Am Montag sollen in Berlin auch Überreste, die bislang in den Staatlichen Ethnografischen Sammlungen in Dresden aufbewahrt wurden, übergeben werden.