Magdeburg (dpa/sa) - Nach dem Verkauf des insolventen Regionalflughafens Magdeburg-Cochstedt soll im September offiziell der Umbau zum Drohnen-Testzentrum beginnen. Das kündigte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf Anfrage an. Bis Sommer 2020 solle das Gelände in einen Zustand versetzt werden, der eine intensive wissenschaftliche Arbeit möglich mache. Bis dahin will das DLR auch die ersten Partner gefunden haben, um gemeinsame Forschungsprojekte umzusetzen. Die Forschungseinrichtung des Bundes und das Land Sachsen-Anhalt investieren gut 25 Millionen Euro in den Kauf und den Umbau des Flughafen-Geländes.

Damit gibt es eine solide Zukunftsperspektive für den von Misserfolgen gebeutelten Airport. Er war Anfang der 1990er Jahre für Millionensummen ausgebaut worden, doch der Betrieb lief schleppend. Der Verkehrsflughafen ging schon einmal im Jahr 2002 pleite, der Billigflieger Ryanair brachte zwischenzeitlich Geld und Hoffnung, blieb aber nicht lange.

Im Jahr 2016 folgte die zweite Pleite. Das Landesverwaltungsamt verlängerte mehrfach die Betriebserlaubnis für den kaum genutzten Flugplatz, um ihm eine Zukunft zu ermöglichen. Nach monatelangen Verhandlungen mit dem dänischen Eigentümer wurde Anfang Juni der Verkauf an das DLR verkündet. Die Forscher waren bisher schon die treuesten Gäste des Airports Cochstedt: Schon seit Anfang der 2000er Jahre mieteten sie sich regelmäßig ein, um Experimente in der Luft zu machen. Erst Anfang Juli waren sie zu Testzwecken da. Jetzt übernimmt das DLR den Airport komplett.

Aktuelle Informationen des DLR zum Erprobungszentrum in Magdeburg-Cochstedt