Chemnitz (dpa) - Die Textilunternehmen in den neuen Bundesländern rechnen bei ihrer vorläufigen Bilanz für das Jahr 2018 mit einem stagnierenden Umsatz. Wie der Branchenverband vti am Freitag in Chemnitz mitteilte, ist das Plus im Laufe des Jahres von 2,2 Prozent im Februar auf 0,3 Prozent im Oktober gesunken.

"Es ist mutig zu sagen, wir wollen die schwarze Null erreichen", sagte Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) vor Medienvertretern. 2017 hatten die ostdeutschen Firmen 1,87 Milliarden Euro und damit drei Prozent mehr als 2016 umgesetzt. Wenn man für 2018 das gleiche Ergebnis erreiche wie 2017, sei das ein sehr hohes Niveau, sagte Otto.

Als problematisch erweise sich wie in anderen Branchen die Arbeitskräftesituation. Zum Jahresbeginn waren nach Verbandsangaben 150 Stellen und 50 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Die Unternehmen bemühten sich daher um die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen, um die Rückkehr von Berufspendlern, die Anwerbung ausländischer Kräfte und die Ausbildung von Asylbewerbern, sagte Geschäftsführer Peter Werkstätter.

Der vti vertritt nach eigenen Angaben 180 der 350 Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Unternehmen beschäftigen rund 16 000 Mitarbeiter, 14 500 davon in Sachsen und Thüringen.