Magdeburg (dpa/sa) - Der sachsen-anhaltische Verfassungsschutz hat vor dem wachsenden Einfluss islamistischer Organisationen auf muslimische Gemeinden im Land gewarnt. Ein Beispiel dafür sei die muslimische Gemeinde in Stendal, sagte Hilmar Steffen vom Verfassungsschutz am Dienstag in Magdeburg. Dort arbeiteten Mitglieder der islamistischen Muslim-Brüderschaft inzwischen sogar im Vorstand mit. Damit verfügten sie über eine Art Heimstatt und könnten ihre Positionen leichter verbreiten. Die in Ägypten gegründete Muslim-Bruderschaft ziele auf die Errichtung eines Gottesstaats und gehöre zu den einflussreichsten islamistischen Organisationen. Die Behörde rechnet etwa 15 Menschen im Land der Organisation zu.

In Sachsen-Anhalt gebe es im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ wenige Islamisten, sagte Steffen. Ihre Zahl sei im Vergleich zu 2016 jedoch um 50 auf 200 gestiegen. Die Sicherheitsbehörden würden die weiteren Entwicklungen genau beobachten, kündigte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) an.