Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Bei der Bekämpfung von Schädlingen und beim Pflanzenschutz kann schon heute oft auf umweltschädliche Chemikalien verzichtet werden. Das wurde am Montag auf einer Fachtagung von Bundesumweltamt und dem Bund für Umwelt und Naturschutz deutlich, wie die Behörde mitteilte. "Kommunen ist es schon heute möglich, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, den Biozideinsatz zu begrenzen und Alternativmethoden zu fördern, ohne die Unterhaltungspflichten zu vernachlässigen", sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes.

Pestizide könnten auf vielfältigen Wegen in die Umwelt gelangen und damit nicht nur eine Gefahr für Ökosysteme, sondern auch für die Gesundheit von Menschen darstellen. Dies zeigten regelmäßige Funde von Pestizid-Rückständen im Oberflächen- und Grundwasser. "Der öffentliche Sektor hat bei der umwelt- und naturverträglichen Bewirtschaftung seiner Flächen und dem nachhaltigen Unterhalt seiner Infrastruktur eine besondere Vorbildfunktion", fügte Krautzberger hinzu.

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit oder von Materialien seien nicht immer Biozide notwendig. Weniger Chemikalien einzusetzen sei in Kommunen schon jetzt in vielen Bereichen möglich. Als Beispiel wurde der Einsatz von intelligenten Fallensystemen und Köderschutzstationen zur Überwachung und Bekämpfung von Ratten in der Kanalisation genannt.

Mitteilung des Umweltbundesamtes