Halle/Dillingen (dpa/sa) - Nach dem Tod eines Kleinkinds hat das Landratsamt im schwäbischen Dillingen schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt in Halle erhoben. Das Jugendamt habe die Kollegen über den Umzug nach Bayern informieren müssen, da bezüglich des Dreijährigen in Halle bereits eine Kindeswohlgefährdung festgestellt worden sei, hieß es aus dem Landratsamt Dillingen am Mittwoch. Der Dreijährige war im Oktober in Bayern aus bislang unbekannten Gründen gestorben. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Tötungsdelikt vorliegt.

Bei der Stadtverwaltung in Halle hieß es wiederum, diese Vorwürfe seien nicht bekannt. Die Fallakte werde nun nach Dillingen weitergeleitet. "Die Hilfen, die die Familie vom Jugendamt Halle erhielt, endeten bereits im Jahr 2017", sagte Halles Sozial-Beigeordnete Katharina Brederlow.

Unterdessen räumte das Landratsamt selbst Fehler wegen nicht weitergegebener Informationen ein. Drei Monate vor dem Tod des Kindes sei ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung des Jungen eingegangen, der behördenintern nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden war.