Leipzig (dpa) - In Dutzenden Kitas und Horten in Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es am Freitag wenig bis keine Kinderbetreuung. Von den ganztägigen Aktionen sind Leipzig, Dresden und Freiberg sowie Halle und Halberstadt betroffen, wie die Gewerkschaften Verdi und GEW mitteilten. In vielen Kitas und Horten wird es nur eine eingeschränkte Betreuung geben. Manche Einrichtungen bleiben ganz geschlossen. Eltern seien gebeten, ihre Kinder anderweitig zu betreuen, hieß es von den Kommunen. Allein in Leipzig sind nach Angaben der Stadt 88 Einrichtungen geschlossen oder können nur eingeschränkt betreuen. In Halberstadt rechnet die GEW damit, dass sechs der 19 Kitas zu bleiben.

Die Gewerkschaften wollen den Druck vor den nächsten Verhandlungen erhöhen. Von Sonntag an werden die Gespräche für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten bei Kommunen und dem Bund in Potsdam fortgesetzt. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat.

Verdi sprach im Vorfeld vom "Höhepunkt der Warnstreikwelle". Bei zentralen Kundgebungen in Leipzig und Dresden werden am Vormittag rund 4000 Teilnehmer erwartet. Neben den Erzieherinnen sind unter anderen auch Beschäftigte mehrerer Stadtverwaltungen, Jobcenter, Stadtreinigungen und Sparkassenfilialen zu Warnstreiks aufgerufen.

Zusätzlich will Verdi im Tarifstreit für den sächsischen Nahverkehr Druck machen. Die Gewerkschaft ruft daher am Freitag (3.00 bis 14.00 Uhr) auch die Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe zu Arbeitsniederlegungen auf. Es sei mit erheblichen Einschränkungen im Bus- und Tram-Verkehr zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

Übersicht der Stadt Leipzig zu betroffenen Kitas und Horten

Informationen zu den Warnstreiks und Notfallbetreuung der Stadt Dresden

Informationen der Stadt Freiberg zu den Einschränkungen durch Warnstreiks

Tweet der Leipziger Verkehrsbetriebe zu Streiks im Nahverkehr