Aschersleben (dpa/sa) - Nach den monatelangen coronabedingten Reiseeinschränkungen erholt sich die Freizeitwirtschaft in Sachsen-Anhalt einer Studie zufolge nur langsam. Zwei von drei Kultur- und Freizeiteinrichtungen meldeten im Juni und Juli niedrigere Besucherzahlen als in Durchschnittsjahren, wie aus dem aktuellen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV) hervorgeht. Die Studie wurde am Freitag in Aschersleben vorgestellt und basiert auf monatlichen Befragungen der Freizeitwirtschaft.

Jeder fünfte Anbieter von Freizeitmöglichkeiten sieht sich in seiner Existenz bedroht, ein ebenso großer Anteil hatte auch im August noch Festangestellte in Kurzarbeit. Laut Tourismusbarometer gingen die Besucherzahlen bei den Freizeitangeboten im ersten Halbjahr um 43,2 Prozent zurück. Den größten Einbruch gab es im April, als die schärfsten Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus galten. Laut OSV zählte die Freizeitwirtschaft dort 96 Prozent weniger Besucher. Im Juni lag das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 29 Prozent.

Auch Hotels und Herbergen mussten durch die Corona-Krise im ersten Halbjahr herbe Einbußen hinnehmen: Mit 832 000 kamen nur halb so viele Gäste wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der ausländischen Gäste ging sogar um zwei Drittel zurück. Nachdem Ende Mai alle Beherbergungsbetriebe wieder öffnen durften, lagen die Übernachtungen im Juni noch 38 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Dabei habe das Land vor der Corona-Krise eine starke Wettbewerbsposition im Tourismusmarkt gehabt, so die Studienmacher. Über mehrere Jahre sei die Zahl der Übernachtungen gestiegen, die ökonomische Lage vieler Betriebe habe sich verbessert.