Magdeburg/Wittenberg (dpa/sa) - Weihnachten steht in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt im Zeichen der Corona-Pandemie. Laut Landesverordnung sind von Heiligabend an bis zum 26. Dezember private Zusammenkünfte über den eigenen Hausstand hinaus mit bis zu vier Menschen aus höchstens zwei Haushalten erlaubt. Nach den Weihnachtsfeiertagen gilt wieder die bisherige Regelung, wonach sich höchstens fünf Menschen treffen dürfen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte in seiner Videobotschaft zu Weihnachten an die Bürger appelliert, möglichst auf direkte Begegnungen mit Mitmenschen zu verzichten. Die Weihnachtszeit solle nicht zu einem noch viel stärkeren Anstieg der Infiziertenzahlen und somit auch zu einem Anstieg der Todesfälle beitragen.

Der Regierungschef dankte auch in diesem Jahr Menschen, die an den Feiertagen für die Gesellschaft im Einsatz sind. In Wittenberg überbrachte er am Donnerstag dem Gesundheitsamt Präsente für Mitarbeiter. Dies erfolgte aus Sicherheitsgründen angesichts der Corona-Pandemie vor dem Gebäude. Haseloffs Heimatregion gehört zu den besonderen Corona-Hotspots im Land. Der Ministerpräsident dankte zudem Ehrenamtlichen für ihren Einsatz auch rund um die Uhr. Dazu gehören Helfer der Telefonseelsorge. In vergangenen Jahren besuchte Haseloff an Heiligabend Kliniken und Leitstellen wie der Feuerwehr.

Unterdessen haben Kirchengemeinden im Land für die Gottesdienste Kreativität gezeigt. Angeboten werden Weihnachtsgebete auf Abstand, digital per Bildschirm und Online-Videoangebote, wie Sprecher der evangelischen und katholischen Kirche mitteilten. Es dürfe nicht live gesungen werden in der Kirche wie auch im Chor, um eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern. So galt es mitunter auch, sich für den Kirchenbesuch anzumelden, zum Beispiel für die Christmette im Magdeburger Dom.

Christen der Landeskirche Anhalts können einen Gottesdienst per Internet ansehen, wie ein Sprecher mitteilte. Unter dem Motto "Ein Stern leuchtet auf" zeigt das Bistum Magdeburg das Krippenspiel auf dem Youtube-Kanal, wie eine Sprecherin der katholischen Kirche mitteilte.

Kulturschaffende haben sich auch viel einfallen lassen und geprobt, um beim Publikum digital per Video für festliche Stimmung im heimischen Wohnzimmer zu sorgen. Hintergrund ist, dass wegen der Pandemie die Spielstätten im Land geschlossen sind. So zeigt die Oper Halle per Stream die Oper Teseo von Georg Friedrich Händel.

Das Werk des Barockkomponisten sollte ursprünglich während der Händelfestspiele 2020 in seiner Geburtsstadt Halle zur Aufführung kommen. Das internationale Musikfest wurde wegen der Pandemie abgesagt. Das Theater in Halle streamt bis Sonntag das Märchen "Der Wolf und die sieben Geisslein" bis zum Sonntag (jeweils um 17.30 Uhr).

Link zur Übersicht Weihnachtsgottesdienste der Landeskirche Anhalts

Märchen - Theater Halle

Übersicht Bistum Magdeburg zu Alternativen für abgesagte Gottesdienste

Gottesdienste und Veranstaltungen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands unter Corona-Bedingungen

Oper Halle