Magdeburg (dpa/sa) - Die Kapazitäten in den Frauenhäusern im Land sind knapp. "Einige Häuser sind immer vollständig ausgelastet", sagte die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser, Nadine Albrecht, in Wernigerode. Um mehr Frauen und ihren Kindern eine Notunterkunft zu bieten, wurde zuletzt das Angebot im Frauenhaus Magdeburg erweitert. Seit Kurzem würden dort 14 statt 10 Plätze zur Verfügung stehen, sagte Albrecht weiter. Landesweit gibt es den Angaben nach 191 Plätze in insgesamt 19 Frauenhäusern.

Die Zahl der schutzsuchenden Frauen und Kinder sei in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben. "Allerdings hat sich die Aufenthaltsdauer der einzelnen Frauen in den Häusern verlängert", sagte Albrecht. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in Städten wie Magdeburg, Halle oder Wernigerode sei es schwerer geworden, eine neue Bleibe für die Frauen zu finden. Oft könnten sie nicht in ihre alten Wohnungen zurückkehren. Denn viele Frauen wurden von ihren Männern geschlagen, bedroht oder erniedrigt.

Neben einer Aufstockung der Plätze gebe es nun weitere Überlegungen, um mehr Schutzsuchenden künftig Hilfe bieten zu können, sagte Albrecht. Eine Idee sei, die Frauen in neue Projekte zu übergeben. Nach dem Auszug könne etwa eine "Second Stage" - also zweite Stufe - weiterhelfen, bei der die Frauen beispielsweise in einer Wohngruppe unterkommen und weiterhin begleitet werden könnten. Konkrete Umsetzungen für die Idee gebe es derzeit nicht, hieß es.

Ein wichtiger Schritt in den vergangenen Jahren sei die im Doppelhaushalt 2017/18 beschlossene Aufstockung der finanziellen Mittel für die sozialpädagogische Arbeit mit den Kindern gewesen. "Wir haben jetzt in jedem Haus eine Sozialpädagogin, die sich mit 20 Wochenstunden um die bedarfsgerechte Begleitung der Kinder und die Mutter-Kind-Beziehungen kümmern kann", sagte Albrecht. Den Angaben nach wurden insgesamt 500 000 Euro bereitgestellt.

Jährlich suchen rund 700 Frauen in den Frauenhäusern des Landes Schutz. Sie kommen mit und ohne Kinder. In den Einrichtungen werden die Schutzsuchenden beraten, unterstützt und lernen ihren Alltag wieder selbstständig zu organisieren. Zu den größten Frauenhäusern im Land zählen Magdeburg und Halle. Auch in Aschersleben, Köthen und Zeitz gibt es die Anlaufstellen. Am Montag setzen sich Menschen auf der ganzen Welt zum internationalen Aktionstag "Nein zu Gewalt an Frauen" gegen die Erniedrigung und Diskriminierung von Frauen ein.