Freyburg (dpa) - Mit der Ernte von Trauben für den Federweißen hat die Winzervereinigung Freyburg ihre diesjährige Weinlese im Anbaugebiet Saale-Unstrut eingeläutet. Das teilte ein Sprecher der Genossenschaft am Mittwoch mit. Geerntet wurden etwa von der frühen Rebsorte Solaris rund 1925 Kilogramm in der Lage "Himmelreich" in Freyburg (Burgenlandkreis). Die Trauben seien sehr süß, bei 103 Grad Oechsle. "Das wird ein toller Most für den Federweißen", sagte der Sprecher. Allerdings sei die Prognose mit Blick auf den Ertrag, nicht nur für den frühen Wein, eher verhalten. Seinen Namen hat der Federweiße laut Weinexperten von kleinen Hefeteilchen, die von der Kohlensäure im Gärungsprozess aufgewirbelt werden und an kleine Federn erinnern.

Die Winzervereinigung rechnet wegen der Trockenheit in diesem Jahr für die Hauptlese mit einer geringeren Erntemenge im Vergleich zum langjährigen Mittel, wie der Sprecher sagte. Denn für den Weinbau sei ein gesunder Mix aus Sonne und Regen, Wärme und Feuchtigkeit sehr wichtig. Die Qualität des Jahrgangs 2019 werde nach bisherigen Prognosen aufgrund des Zustands der Trauben aber sehr gut sein. Um diese nicht zu gefährden, habe sich die Vereinigung entschlossen, die Lese noch vor dem traditionellen Winzerfest in Freyburg (Burgenlandkreis) - am zweiten Septemberwochenende - zu starten.

Die Winzervereinigung ist nach eigenen Angaben der größte Weinproduzent in der Region und in Ostdeutschland. Das gut 1000 Jahre alte Anbaugebiet Saale-Unstrut erstreckt sich heute auf rund 800 Hektar Fläche mit terrassenförmigen Weinbergen entlang der beiden Flüsse, vom Süden Sachsen-Anhalts bis nach Thüringen. Davon bewirtschaften die Winzer der Vereinigung den Angaben nach etwa die Hälfte. Saale-Unstrut gehört zu den 13 Anbaugebieten von Qualitätswein in Deutschland. In der Region gibt es zudem Betriebe, die ihre Weine in Eigenregie herstellen und vermarkten. 2018 begann Mitte August die Lese im Anbaugebiet, so früh wie bislang noch nie.

Winzervereinigung Freyburg