Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Das Hoffen und Bangen Magdeburgs und vier anderer Städte hat ein Ende: Eine europäische Auswahljury wird heute in Berlin die Empfehlung für die deutsche Kulturhauptstadt 2025 verkünden. Auf ein Votum zu ihren Gunsten hoffen Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg. Die Empfehlung der Jury muss von Bund und Ländern in eine formelle Ernennung umgewandelt werden. Die zweite Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien.

In Magdeburg laden die Macherinnen und Macher der Kulturhauptstadt-Bewerbung am Mittwoch zu einem Kulturfest in die Festung Mark ein. Ab dem Vormittag gibt es ein Showprogramm und verschiedene Aktionen. Gemeinsam sollen die Besucher dann beim Public Viewing die Entscheidung der Jury verfolgen - und sich für Magdeburg oder eine andere Stadt freuen. Bis in den Abend wird in Magdeburg beim Kulturfest #MD2025 gefeiert werden.

Magdeburg und die anderen vier Mitbewerber hatten es im Dezember auf die Shortlist geschafft. Gleichzeitig waren damit die Mitbewerber Dresden, Gera und Zittau ausgeschieden. Magdeburg hat seine Bewerbung schon seit vielen Jahren vorbereitet und die Kultur in besonderem Maße gefördert. Im Zentrum der Stadt, direkt am Kloster Unser Lieben Frauen, entstand der Glasbau "Kubus 2025".

Bei seiner Bewerbung hat Magdeburg nicht mit dem geprotzt, was es schon hat, sondern die Lücken und Leerstellen hervorgehoben, die mit Leben und mit Projekten gefüllt werden sollen. Entsprechend wandelte sich das Motto Magdeburgs vom anfänglichen "Out of the Void" (Raus aus der Leere) im ersten Bewerbungsbuch zu "Force of Attraction" (Anziehungskraft) im zweiten.

Zum einen bezieht sich Magdeburg auf die Wunden, die der Zweite Weltkrieg und der Wegfall von Industrie nach der Wiedervereinigung bis heute städtebaulich hinterlassen haben. Die Stadt lässt sich aber auch von den Experimenten des Magdeburger Naturwissenschaftlers Otto von Guericke (1602-1686) inspirieren. Er schuf etwa die "Magdeburger Halbkugeln" und erzeugte ein Vakuum.

In der Bewerbung Magdeburgs spielen die Wissenschaftsstadt, Geschichte, Sport und Kultur gleichsam eine Rolle. Für das Kulturhauptstadtjahr 2025 haben die Organisatoren eigenen Angaben zufolge rund 180 internationale Partner und mehr als 100 Partner aus der Stadt gewonnen. Künstler sollen auf Wissenschaftler treffen, Musikfestivals und Theaterprojekte sind geplant sowie E-Sport-Veranstaltungen; Bürger, Vereine und Kitas sollen Brachflächen in einem Stadtteil gestalten.

Jüngste europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988).

In diesem Jahr können sich Rijeka in Kroatien und Galway in Irland mit dem Titel schmücken.

Infos zu Magdeburgs Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025

Juryreport

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