Wittenberg/Halle (dpa/sa) - Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Wittenberg gelten auch für Menschen aus anderen Regionen Deutschlands. "Wer zum Beispiel in Baden-Württemberg lebt und an Weihnachten im Landkreis seine Eltern besucht, darf die elterliche Wohnung ab 21.00 Uhr nicht mehr verlassen, um sich zum Beispiel mit Freunden zu treffen", erklärte ein Sprecher am Mittwoch die neuen Regelungen zum Infektionsschutz vom 15. Dezember. Demnach dürfen Menschen im Landkreis Wittenberg bis zum 10. Januar ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

Dazu gehören Arbeit, medizinische Behandlungen, die Begleitung unterstützungsbedürftiger Menschen und Minderjähriger sowie die Gassi-Runde mit dem Hund - allein. "Ein Einreiseverbot in den Landkreis gibt es nicht. Trotzdem sollte jeder Mensch für sich ganz genau entscheiden, ob er jetzt wirklich kommen muss, zumal man von einem Risikogebiet in das andere reist", sagte der Sprecher. Die Verordnung geht mit der nächtlichen Ausgangsbeschränkung über die Maßnahmen des Landes zur Eindämmung der Pandemie hinaus.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte auf seiner täglichen Video-Pressekonferenz, für die Stadt sei eine Ausgangsbeschränkung auch ein Thema. "Wenn die Inzidenz weiter steigt, werden wir auch so verfahren. Wenn wir in den 200er Bereich eintreten, werden wir an einer Rechtsverordnung arbeiten", sagte er. Am Mittwoch lag dieser Wert, die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz), laut Wiegand bei 155,09. Halle hat rund 239 000 Einwohner.

Ziel ist es, die Kontakte zu minimieren, um das Infektionsrisiko zu senken. Nach dem Burgenlandkreis sei Wittenberg mit seiner Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt der Landkreis mit den meisten Coronavirus-Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100 000 Einwohner - mit steigender Tendenz, betonte der Sprecher. Die Infektionslage sei komplex: Betroffen seien die stationäre und ambulante Altenpflege sowie der Krankenhaus-, Gesundheits- und Bildungsbereich mit Schulen und Kitas.

Der Landkreis Wittenberg grenzt an Sachsen und Brandenburg; in der Region leben rund 125 000 Menschen. Bekannt ist Wittenberg für seine Lutherstätten, die zum Unesco-Welterbe gehören, ebenso wie das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Landrat ist Jürgen Dannenberg (Linke).

Verordnung des Landkreises Wittenberg mit nächtlichen Ausgangsbeschränkungen

Fakten zum Landkreis Wittenberg

Aktuelle Corona-Zahlen des Ministeriums für Soziales für Sachsen-Anhalt