Magdeburg/Frankfurt (dpa/sa) - Die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder in Sachsen-Anhalt ist leicht gesunken. Nach der Statistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland waren Ende des vergangenen Jahres 1330 Mitglieder registriert - zehn weniger als 2016. Die Statistik bildet aber bei weitem nicht die Gesamtzahl aller Juden ab, weil sich nicht jeder Jude bei einer Gemeinde registriert.

Für den Rückgang hauptsächlich verantwortlich ist der demografische Wandel: Der Statistik zufolge gab es auch in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr deutlich mehr Todesfälle, als dass durch Geburten neue Mitglieder in die jüdischen Gemeinden kamen. 2017 standen 20 Todesfälle nur drei Geburten gegenüber. Mehr als die Hälfte der Gemeindemitglieder ist älter als 60 Jahre.

Bundesweit sank die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder bereits zum elften Mal in Folge. Der Statistik zufolge waren Ende vergangenen Jahres 97 791 Mitglieder registriert - nach 98 594 in 2016. Die durch den Zuzug aus der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er-Jahren stark gestiegene Mitgliederzahl hatte 2006 ihren Höhepunkt mit 107 794 Mitgliedern erreicht. 1990 lag sie noch bei 29 089.

Nach wie vor ist Deutschland für Juden aber ein Einwanderungsland. Das zeigt sich auch bei den Zahlen aus Sachsen-Anhalt. Sechs neue Gemeindemitglieder kamen im vergangenen Jahr aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Aus dem übrigen Ausland gab es keine Zuzüge. Im Gegenzug wanderte nur ein in Sachsen-Anhalt registrierter Jude aus Deutschland aus.

Langfassung Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden und Landesverbände

Kurzfassung Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden und Landesverbände