Magdeburg (dpa/sa) - Die Landeszentrale für politische Bildung hat im vergangenen Jahr mit mehr als 300 Veranstaltungen rund 32 000 Besucher erreicht. Mehrere Tausend Menschen seien etwa zur Themenstraße "Weltoffenes Sachsen-Anhalt" auf dem Landesfest in Quedlinburg gekommen, teilte die Landeszentrale am Donnerstag mit. 76 Schulen hätten sich an der Juniorwahl zum Europäischen Parlament beteiligt. Ein weiterer Schwerpunkt sei ein DDR-Geschichtsprojekt 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution gewesen, das etwa das Leben von Frauen in der DDR, den Einsatz von Bausoldaten im Chemiedreieck und die heutige Situation von "Wendekindern" thematisiert habe.

Am Landestag "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" seien mehr als 700 Teilnehmer nach Magdeburg gekommen, hieß es weiter. Der Direktor der Landeszentrale, Maik Reichel, erklärte: "Der Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig politische Bildung ist." Gegen Vorurteile und alle Auswüchse von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit helfe nur eine fundierte Demokratiebildung. Am 9. Oktober hatte ein antisemitisch und rechtsextremistisch motivierter Attentäter versucht, die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge in Halle zu stürmen. Nachdem er scheiterte, erschoss er zwei Menschen und verletzte weitere.