Barby l Michaela Busch ahnt, was auf sie zukommt. Wenn bei schönstem Sommerwetter das Thermometer in die Höhe klettert, die Menschen Schwimmen gehen möchten, bleibt der Seepark geschlossen. Jedenfalls montags und dienstags. Der Unmut potenzieller Badegäste scheint schon jetzt vorprogrammiert. Die Seepark-Verantwortliche: „Die Stelle eines zweiten Fachangestellten für Bäderbetrieb ist ausgeschrieben. Bisher hatten wir aber noch kein Glück.“ Und so lange die 30-Jährige das Bad zusammen mit Isabell Nakielski allein betreiben muss, wirkt diese Regelung: Zwei Tage in der Woche ist geschlossen.

Dabei gibt es einige Neuerungen, die positiv wirken. Das Empfangsgebäude „Seeparkforum“ - der Volksmund nennt es wegen der Bauform sinnigerweise „Seeparkstachel“ - wurde umgestaltet. Besucher nutzen jetzt nicht mehr den Kassenautomat und das Drehkreuz daneben, sondern lösen ihre Karte in dem Holzturm.

Organisatorische Neuerung

Eine organisatorische Neuerung, die ihren Grund hat. Im Frühjahr 2018 brachte es Bürgermeister Torsten Reinharz so auf den Punkt: „Wenn die Seeparkfenster nicht instand gesetzt werden, fällt uns die Hütte irgendwann mal zusammen.“ Mit diesem drastischen Satz kommentierte der Ortschef ein Vorhaben, das sogenannte „Seeparkforum“ für 49.000 Euro zu sanieren und bei dieser Gelegenheit gleich umzubauen. Denn in den letzten Jahren sei die Instandhaltung „sträflich vernachlässigt“ worden, räumte Reinharz ein. Die Nadelholzfenster des erst 2008 eingeweihten und 1,06 Millionen Euro teuren „Seepark Barby“ waren äußerst marode. Sie sind konstruktiv schräg angeordnet, was das Regenwasser nur bedingt ablaufen lässt. Bauamtsleiter Holger Goldschmidt: „Am Drehkreuz neben dem Kassenautomat kam es immer wieder vor, dass sich schlanke Badegäste durchschlängelten.“ Wer vor dem Umbau ins Strandbad wollte, musste am Tresen, der bisher nur der Information diente, seinen Obolus entrichten. Dieser Bereich - hier befindet sich der Info-Punkt - hatte bisher allerdings nur einen Eingang. Besucher, die in den Badebereich wollten, mussten also bisher wieder raus und am Kassenautomat vorbei durch das Drehkreuz. (Der Automat geriet bereits nach Einweihung des Bades in die Kritik, weil bei Sonnenschein die Zahlen des Displays schlecht lesbar sind.)

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Laut Bürgermeister Reinharz sei man unter dieser Summe „darunter geblieben“. Das eingesparte Geld wurde für Dinge verwendet, die zuvor nicht eingeplant waren. So wurden ein rund 20 Meter langer Weg gepflastert und für Camper ein Warmwasserboiler im Haus installiert. Denn das gab es bisher nicht. Als im Zuge der Seepark-Investition dieses Thema um 2007 im Stadtrat diskutiert wurde, waren einige Mitglieder der Meinung, dass „Camper hart sind und kein warmes Wasser brauchen.“

Stellfläche verdoppelt

Wer also heute sein Zelt aufbaut, mit dem Wohnmobil oder Campinganhänger Station macht, kann diesen Service nutzen. Zudem wurde die Stellfläche für Wohnmobile von vier auf acht verdoppelt.

Dem ging eine Initiative der Freien Wählergemeinschaft voraus, die den Seepark durch derartige Angebote für Touristen attraktiver machen möchte. So war auch eine Fäkalentsorgung für Wohnmobile gefordert, die aber nicht realisiert wurde. Laut Torsten Reinharz werde die abflusslose Sammelgrube - der Seepark ist nicht an das zentrale Abwassernetz angebunden - „ein bis zweimal pro Woche“ geleert. Geld, das die Betriebskosten des Strandbades ohnehin in die Höhe treibt.

Wenn am 19. Mai die Saison beginnt, soll auch wieder ein Imbiss seine Pforte öffnen. Für den Badebetrieb steht die schwimmende Insel mit Rutsche bereit. Ein Wassertreter- oder Bootsverleih - wie es ihn früher mal gab - wird nicht angeboten. Weil die Stadt diese Leistung nicht absichern kann, sei man auf externe Betreiber angewiesen. Und die gebe es nicht.