Wernigerode l Es gebe zwei Dinge, für die er in seiner langjährigen Amtszeit als Ordnungsdezernent keine Nackenschläge bekommen habe, merkte Volker Friedrich an, der die geladenen Gäste zum Festakt aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Miniaturenparks Kleiner Harz begrüßte: Zum einen sei dies der Wernigeröder Recyclinghof und zum anderen der Bürgerpark mit dem Kleinen Harz. Die Zahl von rund 100 000 Besuchern im Jahr zeige deutlich: „Hier machen wir alles richtig.“ Nur vom Wetter sei der Park eben abhängig, wie der Schneefall und die Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgerechnet zur Saisoneröffnung zeigten.

Tolle Arbeitsatmosphäre

Als Aufsichtsratsvorsitzender der Park und Garten GmbH dankte Friedrich den Mitgliedern des Stadtrats, die alljährlich vor der Aufgabe stehen, einen großen Spagat hinzulegen - zwischen dem, was die GmbH zum Betreiben der Gärten benötigt, und dem, was der Stadthaushalt hergibt. Nicht zuletzt dankte er dem Team um Geschäftsführer Andreas Meling. „Hier hat sich eine tolle Arbeitsatmosphäre entwickelt, in der sehr gut und kameradschaftlich zusammengearbeitet wird.“ Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass, so Friedrich „seit 13 Jahren immer Landesgartenschau in Wernigerode ist. Und darauf dürfen wir stolz sein.“

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Armin Willingmann (SPD) bezeichnete den Bürgerpark mit dem Kleinen Harz als besonderes Erfolgsmodell und eine der touristischen Säulen der Region. Die Detailtreue der Miniaturgebäude mache Lust auf mehr - nämlich darauf, sich die Originale anzuschauen. Der Bürgerpark, der im Zuge der Landesgartenschau 2006 entstanden ist, sei ein Maßstab, was mit einer LaGa erreicht werden könne.

Bilder

Standort nachhaltig

Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bezeichnete den Miniaturenpark als Glücksfall für die Stadt. Vor elf Jahren habe die Arbeitslosenquote in Wernigerode noch im zweistelligen Bereich gelegen, was viele schon vergessen hätten. Mit dem Miniaturenpark sei dieser sozialen Situation Rechnung getragen worden. Mit den verschiedenen Partnern wurde Arbeitslosen die Chance gegeben, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden. „Es war eine grandiose Idee, ihn im Bürgerpark zu entwickeln“, so Gaffert. Der Standort sei richtig und nachhaltig. Er dankte allen, die geholfen haben, den Park so attraktiv zu gestalten, um immer wieder neue Gäste anzulocken.

Ingolf Fölsch, Geschäftsführer der Oskar Kämmer Schule, erinnerte er an die schwierigen Anfänge, als die wichtigsten Partner wie Kommunale Beschäftigungsagentur, Arbeitsagentur und Kreisverwaltung erst von der Idee überzeugt werden mussten. Immerhin ging es darum, arbeitslosen Menschen damit eine neue Perspektive zu geben. Das erste Miniatur-Modell war übrigens der Wohltäterbrunnen vorm Wernigeröder Rathaus. „Als ich ihn gesehen habe, hab ich gewusst, das wir hier etwas ganz Großes erschaffen werden“, so Fölsch. Mit dem Schiefen Haus, der Kaiserpfalz in Goslar, dem Dom von Halberstadt und allen weiteren der inzwischen 70 Modelle sei es gelungen, den Harz als Ganzes abzubilden. Und gebaut wurden all diese Gebäude unter anderem von Köchen, Bäckern, Schweißern, Sekretärinnen, die durch die unterschiedlichsten Gründe ihre Arbeit verloren hatten.

Respekt für Erbauer

„Diese Menschen wussten vorher nicht, was sie eigentlich können“, so Fölsch. Mit der Arbeit an den Modellen haben sie nicht nur handwerkliche Fähigkeiten entwickelt, sondern auch eine Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren. Deshalb zähle der Miniaturenpark für ihn zu einem der wertvollsten Projekte im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten überhaupt. Er richtete seinen Dank, seinen Respekt und seine Hochachtung an die Erbauer der Modelle. „Sie sind der Beweis, dass auch Arbeitslose in der Lage sind, vieles zu leisten, wenn man sie lässt, an sie glaubt und sie wertschätzt“, so Fölsch.