Harsleben l Zahlreiche Harsleber wollten dabei sein, wenn die neu vergoldete Kugel wieder eine Schatulle mit historischen Unterlagen bekommt und auf den Kirchturm von St. Simon und Judas gebracht wird. Vor 38 Jahren gab es schon einmal eine Sanierung auf dem Kirchturm, doch für eine Vergoldung fehlten damals die Möglichkeiten. Es blieb bei einem Anstrich.

In ihrer Andacht erinnert Pfarrerin Susanne Entschel an die historischen Dokumente, die im vorigen Jahr in der Kugel geborgen und danach vor Ort ausgestellt wurden. Ihr Dank galt allen Unterstützern, die bei der Umsetzung halfen und den zahlreichen Spendern. Bürgermeisterin Christel ­Bischoff habe sich ebenfalls hinter die Spendenaktion gestellt.

Vergangenheit und Vertrauen in die Zukunft

„Der Inhalt ist inzwischen angewachsen“, sagte sie. Architekt Gerd Srocke und Ralph-Rainer Wenske, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates des Kirchspiels Wegeleben gehörten zu den Ideengebern, die mit Hilfe des Beirates und der Handwerker umgesetzt wurden.

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Die Kugel spreche von der Vergangenheit und dem Vertrauen in die Zukunft – mit Gottes Hilfe. Annette Flieger, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von Harsleben, trug in der Kirche noch ein Gedicht eines unbekannten Autors aus dem 16. Jahrhundert vor, in dem es um die Bedeutung der Kirchenglocken ging.

Schließlich präsentierte sie die Unterlagen, die gemeinsam in die Schatulle für die Turmkugel verbracht werden sollten. Neben den damals dort aufgefundenen historischen Dingen kamen jetzt ein aktuelles Kirchenheft, ein Gedicht auf Platt, aktuelle Chronik-Materialien, auch von der Schule, Tageszeitung und aktuelle Münzen hinzu.

Montage auf Kirchturm nicht so einfach

Viel Lob gab es für die musikalische Begleitung durch Silas Friese aus Emersleben am elektrischen Klavier. Vorsichtig erfolgte das Einrollen der schriftlichen Unterlagen, jeweils durch einen Bogen Pergamentpapier getrennt. Nachdem die Interessierten die vergoldete Kugel und die Wetterfahne noch einmal aus der Nähe betrachten konnten, ging es per Aufzug mit ihr auf die Turmspitze.

Zuvor wurde die frische Vergoldung für den Transport gut verpackt. Nach dem restlichen Aufstieg per Leiter begannen die Fachleute mit Unterstützung einiger Harsleber mit der Montage der Kugel. Da die Turmspitze in den vergangenen Jahrzehnten einen kleinen Bogen bekam, erwies sich dies als nicht einfach. Mehrfach versuchten die Männer das Aufsetzen, während Pfarrerin Entschel die Kupferschatulle fest in der Hand hielt.

Trotz aller Versuche in luftiger Höhe konnte die Montage nicht ganz abgeschlossen werden und die Handwerker müssen noch einmal an das Objekt. „Doch die goldene Kugel grüßt jetzt wieder von weitem“, freute sich die Bürgermeisterin, die wie einige andere Interessierte die Möglichkeit zu einer kurzen Auffahrt per Baufahrstuhl nutzte, um auch mal einen Blick von ganz oben auf „ihr“ Rathaus zu werfen.