Magdeburg l Paukenschlag auf einer der wichtigsten City-Baustellen in Magdeburg: Das Gleisdreieck an der Kreuzung Reuterallee/Otto-von-Guericke-Straße kann vorerst nicht weitergebaut werden. Corona hat dem Vorhaben praktisch einen Baustopp erteilt.

Hintergrund ist das Verbot der Kampfmittelsuche auf der Baustelle wegen der Corona-Schutzvorschriften. Unter die fallen auch baubegleitende Kampfmittelsondierungen. Niedergeschrieben ist das in der 2. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt gegen das Coronavirus.

Blindgänger können nicht gesucht werden

Für die weiteren Tiefbauarbeiten am Gleisdreieck City Carré ist eine baubegleitende Kampfmittelsondierung notwendig, um eventuell vorhandene Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aufspüren zu können, sagte MVB-Sprecher Tim Stein. Da jedoch die Kampfmittelsondierung bis zum 19. April untersagt sei, müssten die Bauarbeiten für die Erneuerung des Gleisdreiecks ab Montag für voraussichtlich zwei Wochen eingestellt werden.

Keine neuen Arbeiten

Betroffen sind auch die Maßnahmen der Städtischen Werke Magdeburg SWM. Die bereits begonnenen Arbeiten der SWM werden unter Beachtung der gültigen Auflagen fortgesetzt, erklärte Tim Stein weiter. Neue Tiefbauarbeiten erfolgen hingegen vorerst nicht. Die Baustelle soll nun gesichert werden, während die eingerichteten Verkehrsführungen bestehen bleiben.

Ausnahmeantrag ist möglich

Ein bisschen Resthoffnung besteht allerdings noch. Nach Angaben von Tim Stein ist es möglich, einen Ausnahmeantrag auf Fortführung der Bauarbeiten zu stellen. Dies sei durch die zuständige Baufirma geschehen. Ein Bescheid stehe noch aus.

Hoffnung auf den 20. April 2020

Die MVB hoffen, dass die Arbeiten spätestens am 20. April wieder aufgenommen werden können und der Zeitverzug sich in Grenzen halten werde, sagte Stein. Das Gleisdreieck ist wichtige Voraussetzung dafür, dass die Straßenbahn ab Ende August wieder über die Tunnelbaustelle rollen kann.

Hintergrund zur Baustelle

Die Kreuzung Otto-von-Guericke-Straße/Ernst-Reuter-Allee wird seit dem 16. März 2020 neugebaut. Der Neubau ist unabdingbar, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Anlage zu gewährleisten. Durch die ungeplante starke Beanspruchung mit vier Straßenbahnlinien aufgrund der Baumaßnahme Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee („Tunnelbaustelle") muss das Gleisdreieck nach über 20 Jahren im Dauerbetrieb ersetzt werden.

Außerdem schafft der Neubau die Voraussetzung, um Ende August 2020 den Straßenbahnverkehr über die Tunnelbaustelle wiederaufzunehmen. Ursprünglich war das Bauende für den 14. Juni 2020 geplant.