Wernigerode l Ob auf dem Schloss oder im Bürgerpark – das Puppentheater Silberborn ist Stammgast in Wernigerode. Nun wünscht sich das Ensemble eine dauerhafte Spielstätte in der bunten Stadt am Harz. „Damit könnten wir eine größere Programmvielfalt anbieten und ein Kinder-Kultuturzentrum aufbauen“, argumentierte Pär Engstrand vom Theater, als er das Ansinnen in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses vorstellte.

Die Vorstellung der Puppenspieler: Ein mindestens 2,90 Meter hoher Raum mit 50 bis 100 Sitzplätzen, dazu ein bis zwei Nebenräume. Miete für ein städtisches Gebäude könne sich das Figurentheater nicht leisten, aber die Betriebskosten über ihre Vorstellungen decken, berichtete Regisseurin Susanne Pages. Abgeblitzt sei die Vereinigung freiberuflicher Künstler mit einer Anfrage, sich in die Kulturkirche zu integrieren. Das sei räumlich nicht möglich, so die Antwort.

Anfragen für das SchiefesHaus und den Oberpfarrkirchhof 4 seien ebenso erfolglos geblieben, so die Sprecherin der Theatergruppe weiter. Ersteres solle laut Kunststiftung ein Museum bleiben, zweiteres laut Auskunft des Liegenschaftsamtes meistbietend versteigert werden, sagte Pages in der Sitzung am Montagabend.

Hälfte der Vorstellungen in Wernigerode

Von seinen rund 110 Vorstellungen jährlich im gesamten Harz – von Braunlage über Norhausen bis zum Kloster Ilsenburg – gebe das Theater Silberorn mehr als 60 in Wernigerode. Die Gruppe mit drei festen Mitgliedern, die um freie Mitarbeiter und Musiker, zum Beispiel vom Philharmonischen Kammerorchester, ergänzt wird, besteht seit 17 Jahren und hat sich das tradtionsreiche Puppentheater Magdeburg zum Vorbild genommen.

Mit einem eigenen Haus könne das Figuren- und Schattentheater „ein lebendiger Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen sein“, so die Hoffnung der Künstler. „Wir vermitteln alte und moderne Märchen und bringen Harzsagen auf die Bühne“, erläuterte Susann Pages. Mit einem modernen Theaterpädagogik-Konzept könne man zudem Workshops für Kinder und Jugendliche anbieten.

Nach alternativen Standorten hätte sich die Künstlergruppe schon umgehört – etwa in Goslar und Thale, wo man bereits in Verhanldungen stehe. „Am liebsten wäre uns aber Wernigerode“, sagt Susann Pages.