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1. FC Magdeburg feiert Prestige-Erfolg und abgezockten Atik

Mit einem 3:2-Erfolg über Drittliga-Rivale HFC hat sich der 1. FC Magdeburg theoretisch die Teilnahme am DFB-Pokal der Saison 2021/22 gesichert. Herausragender Akteur war einmal mehr Baris Atik.

Von Kevin Gehring 31.05.2021, 00:15 • Aktualisiert: 01.06.2021, 05:23
Otmar Schork (2. v. r.) schnappte sich direkt nach den Feierlichkeiten Baris Atik (r.) zum Gespräch. Adressierte er bereits dankende Wort oder leistete er Überzeugungsarbeit?
Otmar Schork (2. v. r.) schnappte sich direkt nach den Feierlichkeiten Baris Atik (r.) zum Gespräch. Adressierte er bereits dankende Wort oder leistete er Überzeugungsarbeit? Foto: Eroll Popova

Halberstadt - Mit einem lauten Schrei und geballter Faust quittierte Baris Atik am Sonnabend um 17:49 Uhr den Schlusspfiff im Halberstädter Friedensstadion. Und dabei ist noch gar nicht final geklärt, ob der spannende und zeitweise dramatische 3:2 (2:0)-Erfolg über den Drittliga-Erzrivalen Hallescher FC überhaupt zur Teilnahme am DFB-Pokal der neuen Saison berechtigt.

Ärger um die Wertung des Quali-Spiels

Zwar erklärte Frank Pohl, Geschäftsführer des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt gegenüber dem MDR vor dem sogenannten Qualifikationsspiel: „Wir werden heute die Entscheidung haben.“ Bei den Verantwortlichen des SV Graf Zeppelin Abtsdorf, die gegen diese Begegnung geklagt hatten, sorgte diese Aussage allerdings für Irritationen. Sie sei „unzutreffend“ und geeignet, die Öffentlichkeit zu täuschen, antwortete der Verein noch am selben Abend in einer Pressemitteilung. So muss die finale Entscheidung in den kommenden Tagen und Wochen wohl noch auf dem juristischen Weg gefunden werden.

Titz-Umstellungen zahlen sich aus

Den Akteuren auf dem Platz war das ganze Drumherum jedenfalls egal. Sowohl FCM-Cheftrainer Christian Titz als auch sein Gegenüber Florian Schnorrenberg schickten ihre vermeintlich beste Elf ins Rennen. Bei den Elbestädtern bedeutete dies, dass beim Gastspiel im Harz Kai Brünker und Florian Kath im Vergleich zur Vorwoche wieder von Anfang an aufliefen – und beide Hereinnahmen sollten sich bezahlt machen. Erst traf Brünker in der 37. Minute unter Mithilfe beider Pfosten zur Führung, dann legte Kath exakt 59 Sekunden später das 2:0 nach.

Herausragend in beiden Szenen: Baris Atik, der jeweils mit dem entscheidenden Pass in die Spitze vorgelegt und sich damit erst ein Küsschen von Brünker und wenig später einen Klaps von Kath verdient hatte. „Wir hätten das Ergebnis schon höher gestalten können“, war zur Pause der einzige Kritikpunkt von FCM-Trainer Titz.

„Auf einmal wird es richtig heiß“

Ansonsten war seine Mannschaft sehr dominant und spielbestimmend, nutzte aber auch nach dem Seitenwechsel die Chancen zur vermeintlichen Vorentscheidung nicht. „Dann geben wir das Spiel noch einmal aus der Hand, bekommen zwei Tore und auf einmal wird es richtig heiß“, haderte Titz. Erst köpfte Julian Derstroff eine Freistoß-Flanke ein (70.), dann traf Jan Shcherbakovski mit einem verdeckten Schuss zum 2:2 (85.). Wie konnte es dazu kommen? „Ich glaube, wir haben vorher einfach den Sack nicht zugemacht“, antwortete Titz.

Atiks Abschiedsgeschenk für den FCM?

Doch gerade, als das Spiel zu kippen drohte, war der FCM wieder wach. Wäre es nicht HFC-Verteidiger Stipe Vucur gewesen, der das Spielgerät ins eigene Netz beförderte, so hätte der dahinter lauernde Baris Atik in der 87. Minute wohl seinen Sahnetag mit dem Siegtreffer veredelt. Auch wenn Atik letzten Endes nicht der vom Stadionsprecher genannte Torschütze war, führten die Wege von Titz und Sportdirektor Otmar Schork nach dem Abpfiff zum Deutsch-Türken. Ob sie ihm da schon für seine Zeit in Magdeburg dankten? Immerhin könnte es in Halberstadt ein denkwürdiger letzter FCM-Auftritt für Atik und die DFB-Pokal-Quali sein Abschiedsgeschenk gewesen sein.

„Es ist bekannt, dass wir bei Baris ein Angebot abgegeben haben und dass wir ihn gerne in unseren Reihen halten würden“, sagte Titz und bezeichnete eine weitere Zusammenarbeit als „großen Wunsch“. Ob dieser erfüllt wird oder ob es doch Atiks Abschied war, werden die kommenden Wochen zeigen.

Statt mit einer Sektdusche feierte die Mannschaft des FCM in Halberstadt mit einer Mineralwasserdusche.
Statt mit einer Sektdusche feierte die Mannschaft des FCM in Halberstadt mit einer Mineralwasserdusche.
Eroll Popova