Fußball

Der FCM schweigt

Vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München II zieht sich die Mannschaft des 1. FC Magdeburg komplett zurück.

Magdeburg l Rund 40 Minuten nach verkündetem Trainingsstart zeigte sich gestern die Mannschaft des 1. FC Magdeburg auf dem Platz. Trainer Thomas Hoßmang und seine Co-Trainer Matthias Mincu und Silvio Bankert führten die Traube an und ließen die Fußballer erst einmal in fünf Fünfergruppen gegeneinander antreten. Bei den kleinen Schnelligkeits-Wettbewerben mit und ohne Ball wurde es schnell laut, wenn es darum ging, welche Gruppe die Aufgabe als erstes absolviert hatte. Neben dem Trainingsplatz allerdings hat sich die Mannschaft dazu entschlossen, zu schweigen.

Die Entscheidung sei vom Team getroffen worden, Kapitän Christian Beck und Dominik Ernst hätten dies daraufhin den FCM-Pressesprechern mitgeteilt. „Der ausschließliche Fokus gilt dem Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen den FC Bayern II“, lautete dann die offizielle Mitteilung. Einzig Trainer Hoßmang wird sich morgen bei der Pressekonferenz äußern.

Als Erklärung hing dabei so ein bisschen die Gegenfrage „Was sollen sie denn auch groß sagen?“ in der Luft. Der FCM sei dafür kritisiert worden, auf Worte keine Taten folgen zu lassen. Jetzt also sollen auf wenig bis gar keine Worte große Taten folgen. Und zwar schon am Sonnabend beim Heimspiel gegen die U 23 des FC Bayern München.

Ein Sieg und damit einhergehender Wechsel an Gesprächsthemen käme dem FCM sicherlich gelegen. Bereits nach der Partie gegen Waldhof Mannheim wirkte die Mannschaft nämlich etwas ratlos. Auf die Schwächen der Defensive angesprochen und wie man diese beheben könnte, meinte beispielsweise Raphael Obermair: „Gute Frage. Das weiß ich jetzt auch nicht. Wir müssen kompakter stehen, da sind teilweise zu große Räume im Mittelfeld.“

Solch ein Schweigegelübde gab es beim FCM übrigens schon einmal und zwar fast genau vor einem Jahr. Damals zog sich die Mannschaft vor dem Heimspiel gegen den Halleschen FC aus der Öffentlichkeit zurück. Der ausschlaggebende Grund dafür war jedoch anderer Natur. Die Spieler wollten sich so mit den FCM-Fans solidarisieren, die das Spiel wegen des Todes von Hannes Schindler boykottierten.

Das Resultat vor einem Jahr: Der Club siegte 1:0. Ob das Schweigen jetzt einen ähnlichen Effekt hat? Der Sonnabend wird es zeigen.

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