Hockey

Bördes Nachwuchsarbeit trägt Früchte

Die Corona-Pandemie bremste auch die Hockey-Abteilung des MSV Börde aus. Die alten Glanzzeiten sind aber schon länger vorbei.

Magdeburg l Jahrzehntelang waren die Hockey-Cracks des MSV Börde auf dem Feld und in der Halle eine feste Größe in Mitteldeutschland. Nach dem Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga konzentrieren sich die Hockey-Herren, aber auch die Damen auf die Liga-spiele unterm Hallendach

Der sportliche Abstieg war vorgezeichnet, pfiffen die Stadtfelder, deren Team sich hauptsächlich aus Studenten rekrutierte, doch personell allzu oft aus dem letzten Loch. Als Letzter ging im September Marc Buse (26, früher Kahlenberger HTC), ehemaliger Juniorennationalspieler und jahrelang als Spielertrainer das sportliche Aushängeschild der Blau-Roten, von Bord. Aktuell spielen das Herren- und Damenteam des MSV in der Hallen-Verbandsliga. Doch steht der Krummstab jetzt in der Ecke, kam als letzter Stimmungskiller auch noch der Lockdown dazu.

Börde-Urgestein Thomas Reggelin (68), seit Jahren Abteilungsleiter und zugleich Präsident des Hockeyverbandes Sachsen-Anhalt, zog schweren Herzens im Sommer 2019 den MSV Börde aus dem Feldhockey-Spielbetrieb zurück, musste nun auch noch den endgültigen Abgang von Buse hinnehmen, der Ende September verabschiedet wurde: „Das ist schon ein großer Verlust für uns, sportlich wie menschlich.“

Doch gibt es auch Positives zu berichten, denn beim Nachwuchs des MSV Börde tut sich etwas, trägt die Arbeit von Nachwuchstrainer Eric Grabow und Mitstreiter Philipp Oelze erste Früchte. Dabei ist der 28-jährige gebürtige Magdeburger Grabow selbst schon eine Institution beim MSV Börde, obwohl er über Umwege zum Hockey kam. „Eigentlich habe ich als Sechsjähriger mit Jiu Jitsu begonnen. Doch bei einem Auftritt zum 1. Mai 2004 auf dem Sportplatz Seilerwiesen lotste mich der damalige Jugendtrainer Mario ,Moritz‘ Schmidt zum Hockey an die Harsdorfer Straße. Mein Sportlehrer Lutz Standke leitete zudem die Schul-AG Hockey am Norbertusgymnasium.”

Grabow ist inzwischen selbst Lehrer für Mathematik, spielte auch nach seinem Studium in Ludwigsburg ab 2013 wieder für den MSV Börde und trainiert seit Jahren engagiert den Hockeynachwuchs des Vereins. Nach einem Achillessehnenanriss und zuletzt Problemen mit beiden Knien beendete er im Vorjahr seine sportliche Karriere, widmet sich nun ausschließlich der Trainertätigkeit, pfeift nebenher auch gelegentlich Spiele. Aktuell sind über 60 Jungen und Mädchen zwischen fünf und 18 Jahren beim MSV Börde aktiv.

„Die männliche B-Jugend spielte eine tolle Saison 2019/20, kam bis in die Finalrunde um die mitteldeutsche Meisterschaft, wo sie aufgrund personeller Engpässe aber nicht ganz mithalten konnte. Ich konnte aber ruhigen Gewissens zu den Jungs sagen, dass sie eine Supersaion gespielt haben, nur das Finale ein Tag zum Vergessen war“, blickt Grabow auf die jüngste Vergangenheit zurück. Philipp Oelze, der in der Schul-AG von Börde-Kooperationspartner Norbertusgymansium unter Grabow mit dem Hockey begann, inzwischen in Magdeburg Physik studiert, ist nun die rechte Hand von Nachwuchscoach Grabow.

Von der zuletzt so erfolgreichen B-Jugend sollten eigentlich drei, vier Spieler in das aktuelle Herrenteam integriert werden, doch hat sich das aufgrund der derzeitigen coronabedingten Pause erst einmal zerschlagen. Aber auch so hat Grabow mit einigen Problemen zu kämpfen, sagt: „Es könnten schon noch ein paar Trainer und Übungsleiter mehr sein, auch die Hallenzeiten in der Sporthalle Sudenburg und der viel zu kleinen Schul-Turnhalle im Milanweg reichen nicht aus.“

Hockey-Chef Thomas Reggelin hält auch große Stücke auf das Damenteam des MSV Börde. „Die sind gut organisiert, sind im Kern 15 Spielerinnen. Vor allem Nicola Kippert und Anja Fischer, früher auch Judith Wolf, die jetzt aber ihre Doktorarbeit schreibt, halten den Laden zusammen.“ Und auch beim weiblichen Nachwuchs geht es langsam bergauf. „Wir hatten 14 Mädchen für die Hallensaison gemeldet, doch ist die ja nun abgeblasen.”

Im Sommer hatten die Nachwuchscracks auf dem Kunstrasenplatz an der Harsdorfer Straße trainiert, es gab sogar ein mehrtägiges Nachwuchscamp, berichtet Grabow. „Wir hatten ein funktionierendes Hygienekonzept, machten selbst in den Ferien praktisch ohne Pause durch. Nachdem Mitte Oktober die Hallen geschlossen wurden, hätten wir mit dem Nachwuchs nochmal drei Wochen draußen trainieren können.

Dazu hätten wir aber eigens ein Konzept beim Fachbereich Schule und Sport einreichen müssen. Das haben wir dann gelassen“, ergänzt Reggelin, der nicht nur darauf hofft, dass der Nachwuchs bald wieder unter normalen Bedingungen trainieren und spielen kann, sondern dass die Damen- und Herrenteams des MSV Börde wieder an erfolgreichere Zeiten auf dem Feld anknüpfen können. Und das dann mit eigenen Nachwuchsakteuren.