Zerbst l Am Osterwochenende ist es wieder soweit. Die Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst kämpfen um den wichtigsten Titel auf Clubebene. Und wie der FC Bayern München oder der THW Kiel gehören die Rot-Weißen zu den besten Teams der Welt in ihrer Sportart. Das Finalturnier mit dem Halbfinale am Sonnabend und dem Finale am Sonntag in Bamberg ist für den deutschen Serienmeister im Classic-Kegeln schon fast eine „Selbstverständlichkeit“. Nur einmal in den vergangenen elf Jahren verpassten die Zerbster Spitzenkegler den Sprung auf das Champions League-Podest, gehen nach dem Erfolg im Vorjahr als Titelverteidiger an den Start.

Für einen Spieler aus der Truppe um Kapitän Timo Hoffmann ist das Final Four eine Premiere. Jürgen Pointinger kam erst zu Saisonbeginn nach Zerbst und steht somit erstmals im Kampf um die Krone des Kegelsports auf der Bahn. „Genau dafür bin ich aus Schwabsberg nach Zerbst gekommen. Ich wollte und will Titel gewinnen. Mit meinem ersten deutschen Meistertitel ist dies auf fantastische Art und Weise gleich im ersten Jahr gelungen. Jetzt steht die internationale Feuertaufe an“, erklärte der 30-Jährige selbstbewusst.

Ähnlichkeit mit Mats Hummels

Der Vergleich mit dem Serienmeister im Fußball, dem FC Bayern München, lässt sich in erstaunlicher Weise gerade auch auf Pointinger beziehen. Die unübersehbare Ähnlichkeit mit Bayern-Verteidiger Mats Hummels, übrigens ohne jedwede familiäre Verbandelung, sorgt nicht nur auf der Zerbster Kegelbahn ein ums andere Mal für erstaunte Gesichter.

„Ich werde schon öfter darauf angesprochen, auch mal um Autogramme gebeten“, gibt der Oberpfälzer lächelnd an. „Dann sage ich auch gern, dass ich Nationalspieler bin, bei der besten Mannschaft Deutschlands spiele, und hoffentlich in Zukunft, dass ich die Champions League gewonnen habe.“

Halbfinale gegen Szeged

Doch dafür muss er mit seinen Teamkollegen am Sonnabend erst einmal im Halbfinale das ungarische Spitzenteam aus Szeged schlagen. Gerade die Ungarn hatten vor zwei Jahren, als die Champions League zum letzten Mal in Bamberg gastierte, den SKV aus dem Rennen um den Titel geworfen und sich selbst den „Pott“ gesichert.

„Aber wir sind geschlossen so stark. Wir haben unserem Kapitän in den letzten Wochen die Entscheidung so schwer gemacht, wen er am Sonnabend auf die Bahn schickt. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt alle acht in Form. Eigentlich ist es egal, wer spielt“, sieht der Neutraublinger sein Team durch die mannschaftliche Geschlossenheit klar im Vorteil.

Auf die Frage, wer sein Lieblingsgegner in einem möglichen Finale ist, gibt Pointinger eine klare Marschrichtung vor: „Wenn wir die Champions League gewinnen wollen, müssen wir jeden schlagen. Außerdem muss sich der Gegner um uns den Kopf zerbrechen. Wenn wir unser Potenzial auf die Bahn bringen, wird es für jeden schwer, gegen uns zu gewinnen.“

Pointinger ist jetzt ein Rot-Weißer

Und zum Abschluss schwört er seinem Verein, dem SKV, einmal mehr die Treue: „Die Zeit in Schwabsberg war schön, aber ich habe damit abgeschlossen. Es freut mich, dass sie dabei sind, aber ich bin jetzt ein Rot-Weißer mit Leib und Seele und will zuerst mal gegen Szeged gewinnen.“

Wenn dies gelingt und Pointinger mit dem SKV im sonntäglichen Finale auch noch gegen den Sieger aus dem Spiel Podbrezova (SVK) gegen Schwabsberg gewinnt, braucht sich der Kegler vor einem sportlichen Vergleich mit seinem „Ebenbild“ Mats Hummels nicht zu fürchten. Dann hat er ihm nämlich den größten Club-Titel schon voraus. Den Sieg in der Champions League!