Magdeburg l Die Ausbreitung des Coronavirus legt auch den Spielbetrieb in der 1. und 2. Handball-Bundesliga (HBL) bis mindestens Ende April lahm. Ziel sei es, den Spielbetrieb am 23. April wieder aufzunehmen, teilte die HBL mit. „Für die HBL GmbH und alle 36 Clubs stellt diese Entscheidung einen sportlich und wirtschaftlich einzigartigen, massiven und bedrohlichen Einschnitt dar", heißt es in der Mitteilung weiter. „Dennoch hat sich der gesamte Handball-Profisport zu diesem sehr schwierigen Schritt entschlossen, da die oberste Priorität natürlich die Gesundheit und der Schutz der Bevölkerung sein muss."

Auch das für den 4. und 5. April in Hamburg geplante Finalturnier um den DHB-Pokal ist von dieser Maßnahme betroffen. Auch hier ist eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt, vermutlich im Sommer, geplant. Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die ausgefallenen Bundesliga-Spieltage sollen im Mai nachgeholt werden. Ob die Spielzeiten in beiden Ligen wie erhofft tatsächlich zu Ende gebracht werden können, weiß derzeit allerdings niemand.

Schmedt befürwortet die Entscheidung

Über diese Maßnahme haben sich die Verantwortlichen der Clubs gestern kurzfristig telefonisch abgestimmt. Nähere Details sollen am Montag bei einer außerordentlichen HBL-Mitgliederversammlung erörtert werden. SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Es bringt ja nichts, jeden Tag neu zu überlegen, ob gespielt werden kann. Deshalb ist diese Entscheidung für alle das Beste und Vernünftigste." Wie es bei den Grün-Roten im Trainingsbetrieb weitergeht oder ob die Spieler für ein paar Tage in den Urlaub geschickt werden, ist noch völlig offen. Schmedt: „Wir werden jetzt erst einmal in Ruhe analysieren, was zu tun ist. Es kommt  jetzt ja auch darauf an, was politisch entschieden wird." Wichtig für die SCM-Fans ist auch noch der Hinweis, dass die Karten für die ausfallenden Spiele ihre Gültigkeit behalten.

Auch der Weltverband IHF hat reagiert und festgelegt, dass das Olympia-Qualiturnier des DHB-Teams vom 17. bis 19. April in Berlin ohne Fans ausgetragen wird. „Die Gesundheit und Sicherheit der Mannschaften und ihrer Entourage, der Offiziellen, Delegierten und  Fans sind von äußerster Wichtigkeit", sagte IHF-Präsident Hassan Moustafa. „Wir bleiben in engem Kontakt mit den relevanten Behörden, um die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen."