München (dpa) - Die nächste Reise der Auswärts-Bayern begann für Hansi Flick mit einem Blick zurück. Der vor 30 Jahren als Fußball-Profi von den Münchnern zum 1. FC Köln gewechselte Flick erzählte vor dem Duell am Rhein gerne eine nette Anekdote.

"Christoph Daum wollte mich damals unbedingt von Bayern weglotsen. Aber ich habe nicht ein Mal unter ihm trainiert, weil er noch vor dem ersten Training entlassen wurde", erinnerte der 55-Jährige vor einem Spiel, bei dem diesmal Markus Gisdol als Kölner Trainer wackelt.

Damals, als Flick Nachbar von Weltmeister Pierre Littbarski war, übernahm Erich Rutemöller, zu dem der Münchner Erfolgscoach auch heute noch Kontakt hat. "Das war ein Kapitel in meinem Leben", sagte Flick und richtete fix den Fokus auf die nächste Aufgabe des Rekordchampions. "Es ist eine andere Zeit und wir spielen unter anderen Voraussetzungen in Köln. Da wollen wir drei Punkte holen", forderte Flick, der nach seinem Abschied beim deutschen Meister aus München von 1990 bis 1993 für den FC spielte.

Eine Woche vor dem Gipfeltreffen gegen Borussia Dortmund winkt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Idealfall sogar die Tabellenspitze, da der mit einem Punkt führende Tabellenführer RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach eine schwere Aufgabe vor sich hat. Der Auftritt des Münchner Dauergewinners beim seit 15 Liga-Spielen sieglosen Dauerverlierer Köln ist das zweite von vier Auswärtsspielen in nur zwölf Tagen. Salzburg am Dienstag in der Champions League und das Spitzen-Duell in einer Woche beschließen dieses strapaziöse Programm.

"Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir ein Heimspiel dabei hätten. Wir nehmen das an und versuchen natürlich, dass wir die Belastung dementsprechend ausgleichen", ließ Flick personelle Änderungen durchblicken. Flick, der eingespielte Formationen großen Rotationen vorzieht, weiß die Vorzüge seines vergrößerten Kaders in diesen Tagen sehr zu schätzen. Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca, Bouna Sarr und Rückkehrer Douglas Costa waren auf den letzten Drücker zum FC Bayern gekommen. "Es ist ein kleiner Prozess, aber wir haben eine gute Basis und ein gutes Gerüst", sagte Thomas Müller.

Der Co-Kapitän dürfte nach seiner vorzeitigen Auswechslung beim 2:1 in Moskau wieder mitwirken. Entwarnung gab Flick bei Leon Goretzka. Der in den vergangenen Tagen erneut für seine Auftritte und sein Corona-Engagement geehrte Mittelfeldmann war in der Königsklasse nach Wadenproblemen ausgewechselt worden. "Ich denke, dass alle dabei sein können", sagte Flick am Freitag. Der achte Pflichtspielsieg am Stück soll dann her. Nur der gesperrte Corentin Tolisso sowie die verletzten Alphonso Davies und Tanguy Nianzou fehlen.

Spannend ist die Besetzung auf den Flügeln, auf denen der gegen Moskau nicht aufgebotene Leroy Sané und der eingewechselte Serge Gnabry Startelf-Optionen sind. In der Innenverteidigung kann Flick aus Jérôme Boateng, Niklas Süle und David Alaba auswählen. "Alle drei Innenverteidiger machen ihre Sache sehr gut", sagte der Bayern-Coach, der weiter auf eine Vertragsverlängerung von Alaba setzt. "Ich hoffe immer noch, dass er bei Bayern unterschreibt", sagte Flick.

So sehr sich Flicks Chef Oliver Kahn über einen Sieg freuen dürfte - gleich zwei alleinige Rekorde könnte er dann los sein. Sollte Manuel Neuer ohne Gegentor spielen, wäre es das 196. Zu-Null-Spiel - das glückte bislang nur Kahn in der Bundesliga. Thomas Müller steht vor seinem 260. Sieg mit dem FC Bayern - Kahns Vereinsbestmarke.

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