34. Spieltag

Auch Schaaf kann nichts retten: Werder steigt ab

Von Lars Reinefeld, dpa
Werders Marco Friedl ging bereits zur Halbzeit mit gesenktem Kopf vom Spielfeld.
Werders Marco Friedl ging bereits zur Halbzeit mit gesenktem Kopf vom Spielfeld. Carmen Jaspersen/dpa

Bremen - Auch Club-Legende Thomas Schaaf hat den ersten Abstieg von Werder Bremen seit 41 Jahren nicht verhindern können.

Die Grün-Weißen verloren unter der Leitung des 60 Jahre alten Interimscoaches nach einer desolaten Vorstellung gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:4 (0:1) und fielen wegen des parallelen Siegs des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 noch auf den 17. Tabellenplatz zurück. Nachdem sich die Bremer in der vergangenen Saison noch in der Relegation hatten retten können, geht es für den viermaligen deutschen Meister nun in die zweite Liga. Angesichts auch der dramatischen finanziellen Situation steht Werder damit vor einer schwierigen und ungewissen Zukunft.

Für die Gladbacher trafen Lars Stindl (3. Minute), Marcus Thuram (52.), Rami Bensebaini (58.) und Florian Neuhaus (67.). Milot Rashica (81.) und Niclas Füllkrug (83.) waren für Werder erfolgreich. Die Elf vom Niederrhein verpasste trotz des Erfolgs im letzten Spiel unter der Regie des zu Borussia Dortmund wechselnden Trainers Marco Rose den Sprung auf Platz sieben und die Qualifikation für die Europa Conference League, weil Union Berlin gegen RB Leipzig gewann.

Vor dem Spiel war die Bremer Mannschaft von rund 2000 Fans mit großer Begeisterung am Weserstadion empfangen worden. Der Teambus brauchte eine Weile, um sich den Weg zu bahnen, immer wieder wurden Bengalos und Knallkörper gezündelt. Die Corona-Abstandsregeln wurden dabei kaum eingehalten, immerhin trugen die meisten Anhänger eine Maske. Die extra verstärkten Polizeikräfte griffen nur vereinzelnd ein, nachdem der Bus am Stadion angekommen war, löste sich die Ansammlung recht schnell auf.

„Das ist ein großes Pfand, das wir haben, dass wir unsere Fans, die Bremer, hinter uns wissen“, sagte Schaaf vor der Partie im TV-Sender Sky über die Unterstützung und die „unheimliche Verbundenheit“ der Anhänger. Daraus schöpfe die Mannschaft Kraft und Motivation.

Doch auf dem Platz war davon zunächst nichts zu sehen. Schon in der dritten Minute gingen die Gäste in Führung, weil in der Defensive der Bremer jede Aggressivität fehlte. Marcus Thuram konnte so unbedrängt den mitgelaufenen Stefan Lainer bedienen, der Stindl in der Mitte bediente, wo der Gladbacher Kapitän völlig freistehend einschieben konnte.

Werder brauchte unerklärlicherweise rund 20 Minuten, um in die Partie zu finden - und das im wichtigsten Spiel der Saison. Wie der am vergangenen Sonntag freigestellte Florian Kohfeldt setzte auch Schaaf im Angriff auf Davie Selke. Doch die Leihgabe von Hertha BSC agierte erneut glücklos. In der 19. Minute hätte Selke für den Ausgleich sorgen müssen, schaffte es nach Zuspiel von Josh Sargent aber nicht, den Ball ins weitgehend leere Tor zu schießen. Stattdessen konnte Gladbachs Torwart Yann Sommer mit einer starken Parade klären. Die Gastgeber waren nun immerhin drin im Spiel und agierten bis zur Pause gegen allerdings auch sehr passive Gäste auf Augenhöhe.

Doch nach der Pause verfielen die Bremer erst einmal wieder in den Tiefschlaf und Gladbach sorgte innerhalb von sechs Minuten für klare Verhältnisse. Erst traf Thuram auf Zuspiel von Hannes Wolf auf 2:0, dann war Bensebaini nach Freistoß von Stindl per Kopf erfolgreich. Die Bremer fielen in sich zusammen, auch Schaaf konnte dem Team von der Seite kein Leben mehr einhauchen. Neuhaus schraubte das Ergebnis auf 4:0, Rashica und Füllkrug verkürzten - der Rest war warten auf das Ergebnis aus Köln. Doch von dort kam keine Hilfe mehr.